Von Klingenberg bis St.Thomas (Herbstwanderung mit Freunden)

Mit unseren lieben Freunden K. u. R. machten wir am Nationalfeiertag (26. 10. eine kleine Wanderung. Leider hat das Wetter nicht das gemacht, was der Wetterbericht vorhersagte, es war nämlich der Nebel auch in höheren Lagen beständig. Wir fuhren mit dem Auto nach St. Thomas am Blasenstein (723 m), wanderten dann auf dem Güterweg Staub Richtung Mönchdorf ca. 21/2 km, dann auf markiertem und beschriftetem Weg rechts Richtung Ruine Klingenberg. Zuerst vorbei am Forsthaus auf ebener Forststraße ca. 1 km weiter durch den Hochwald. Nach einem kurzen Anstieg von etwa 100 m befindet man sich im Ruinengelände. Leider ist die Burganlage schon so verfallen und von Sträuchern und Bäumen überwuchert, dass man die ursprüngliche Größe nur erahnen kann.

Die ehemalige Höhenburg liegt auf einer bewaldeten Höhenkuppe (707 m) etwa in der Mitte zwischen den Orten St. Thomas/Bl. und Pabneukirchen. Die Burg wurde erbaut im 11.  Jht. vom Adelsgeschlecht der Perg-Marchländer, vererbt dann an das Geschlecht Clam-Velburg. 1217 kam der letzte Erbe vom Kreuzzug nicht mehr heim und somit kam die  Burg an den Babenberger Herzog Leopold VI. Als herzoglicher Besitz kam sie nach den Babenbergern und Ottokar Psremysl an die Habsburger. Rudolf v.Habsburg verpfändete die Burg 1276 als Brautschatz seiner Tochter Katharina dem Bayernherzog Otto. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer sehr häufig. 1630 wird die Burg samt dem Markt Münzbach an das Chorherrenstift Waldhausen verkauft. Das Stift überließ nach Abzug der Verwaltung die Burg dem Verfall (es wohnten nur mehr Torwärter dort). 1750 entstand durch Blitzschlag und Brand weiterer großer Schaden. Nach der Aufhebung des Stiftes Waldhausen durch Josef II. gingen die Herrschaft, die Burg  und der Meierhof und der dazu gehörige Wald an das Domkapitel Linz, das bis heute noch Eigentümer Klingenbergs ist.

Die Burg wurde auf drei Höhenstufen aus Steinquadern in schöner romanischer Quadertechnik errichtet. Sie hatte eine umbaute Gesamtfläche von ca. 3 ooo m². Im Nordwesten findet sich an höchster Stelle der Bergfried, dessen Südhälfte 1855 einstürzte. Hohe Mauerreste  ragen heute noch auf und durch einen  Mauerdurchbruch im Bergfried hat man einen Blick auf die Ruine Ruttenstein. Angeschlossen an den Turm war der Palas mit Wehrgang und 2 Vorburgen jüngeren Datums. Beim Torbau sieht man noch ein breites spätgotisches Bogentor. Leider sind von den Gebäuden nur mehr Reste erhalten, innerhalb sowie außerhalb der Ruine wuchert üppiger Baumwuchs. Die Anlage ist dem Verfall preisgegeben und es werden zur Zeit auch keine Erhaltungsmaßnahmen gesetzt. Mit etwas gemischten Gefühlen haben wir die historischen Reste einer einstmals bedeutenden Stelle wieder verlassen und wanderten zurück nach St. Thomas.

Unseren Gästen hat es der Blasenstein mit der “Bucklwehluck`n angetan, wobei der Begriff  “Blasenstein” nichts mit dem aus der Medizin zu tun hat. Ich konnte jedenfalls keinen Zusammenhang finden, es ist dies vielmehr ein auf einer 12 x 6 m großen ebenen Felsplatte liegender 5 m hoher Granitblock mit einer Spaltung zum Durchschlüpfen als wären zwei Blöcke aneinandergelehnt. Nach altem Glauben hilft das Durchschlüpfen von Ost nach West gegen Kreuzschmerzen und rheumatische Beschwerden. Auch die Sünden werden dabei abgestreift! Da keiner von uns vor beiden gefeit ist, ist jedem das Durchschlüpfen anzuraten! (Vielleicht könnte man das Ganze auch als eine Art “Rheumasonderanstalt” unserer Vorfahren bezeichnen….und, ob dies heute noch gewinnbringend vermarktet werden könnte, traue ich mich nicht zu beurteilen.) Nachdem wir unsere “therapeutischen Übungen” gemacht hatten, konnten wir wieder “geheilt oder doch gebessert” nach Hause fahren.

Quellen: www.altemauern.heimat.eu, www.st-thomas.at, www.de.wikipedia.org.

Bergfried Klingenberg

Inneres der Ruine Klingenberg

St. Thomas am Blasenstein

"Bucklwehluckn"

"sichtlich geheilt"


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