vier Tage Vinschgau (16.-19. 07. 2010)

Zusammen mit meiner Frau hatte ich im Rahmen eines 4-tägigen Ausflugs mit der Ortsgruppe BK des SB die Gelegenheit den Vinschgau etwas näher kennenzulernen.

Dazu einige (subjektive) Eindrücke von der Reise.

Bei herrlichem warmen Sommerwetter holte uns der Bus bereits um 6.00 in BK ab. Vollbesetzt (50 Pers.) erfolgte die Anreise über Salzburg- Innsbruck- Mils mit Mittagspause, dann weiter über (eigentlich drunter im Tunnel) Landeck über den Finstermünzpass nach Nauders.

Finstermünz war bereits im 10. Jht. ein Gerichtssitz. Im 15. Jht. wurde von Herzog Sigmund eine Grenzbefestigung angelegt (Sigmundseck), die aussieht, wie an den Felsen geklebt, auffällig der mitten im Inn stehende Wehrturm mit beidseitigen Holzbrücken. 1854 wurde die Hochfinstermünzstrasse nach Nauders zu Bauen begonnen. Die Pläne stammten von Karl Ritter von Ghega.

Nauders (1394 m, 1536 Einw.) liegt in einem Hochtal zwischen dem Finstermünzpass im Norden und dem Reschenpass im Süden. es gehört geographisch bereits zum Vinschgau. Im Südwesten des Gemeindegebietes treffen die Grenzen von Österreich, Italien und der Schweiz einander (Dreiländergrenzstein 2179 m). Im Nordosten erheben sich die Ötztaler Alpen, im Westen die Samnaungruppe und Südwesten die Engadiner Alpen.

Nauders hat eine alte Geschichte.  50 nach Christus eröffneten die Römer bereits die Via Claudia Augusta, die von Augsburg über die Alpen nach Italien führte und bedeutender als der Brennerübergang war. Nauders war bereits auf einer röm. Strassenkarte im 2. Jht. als “Inutrium” eingezeichnet. 1150 wurde es urkundlich erstmals erwähnt. Bereits im 10 Jht. war es ein Gerichtsort der Grafschaft Vinschgau. 1475/76 entbrannten die ” Engadiner Kriege” zwischen den Habsburgern und den Engadingern und der Ort und die Burg Naudersberg wurden in Mitleidenschaft gezogen. Im 14.Jht. wütete die Pest in Europa; 1348 starben an dieser Seuche fast alle Einwohner des Ortes. 1609 verschüttete eine Lawine den Ort und riss 22 Häuser weg, 1871 richtete eine Mure großen Schaden an, 1880 wütete ein Großfeuer, bei dem 83 Wohnhäuser und 72 Wirtschaftsgebäude vernichtet wurden. 1799 fielen im Rahmen der Napoleonischen Kriege die Franzosen im Dorf ein, plünderten, zerstörten die Einrichtungen und vernichteten die Nahrungsvorräte.

Heute ist Nauders eine Tourismusgemeinde, sowohl im Winter als auch im Sommer (300km markierte Wanderwege, 700 km Rad-u. Mountainbikewege, Wanderwege bis Klettersteige aller Schwierigkeitsstufen. Im Winter stehen 90 km Langlaufloippen, 111 km Schipisten, 110 geräumte Wanderwege und 70 km Schneeschuhwanderwege zur Verfügung. 12 Aufstiegshilfen bringen die Gäste nach oben (bis 2850 m).

Burg Naudersberg

Oberhalb des Ortes um 1200 angelegt, das derzeitige Aussehen stammt aus der Zeit des Wiederaufbaus nach den Engadinger Kriegen 1499. Von 1330- 1919 (Teilung Tirols) wurde sie als landesfürstliches Gericht genutzt und war auch Wohnsitz des jeweiligen Richters. Die Burg zeigt heute noch den originalen mittelalterlichen Bauzustand, da immer nur das Nötigste zu ihrer Erhaltung gemacht wurde.

 Sie ist seit 1980 in Privatbesitz, in den ehemaligen Stallungen findet sich ein Restaurant, das wir besuchen konnten, eine Führung war zeitlich nicht möglich. Der Ausblick von der Burg ist  aber traumhaft.

Mittagsrast in Mils
Nauders

Burg Naudersberg

Eingang zur Naudersburg

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