Suomenlinna (Sveaborg), eine 250 Jahre alte Seefestung

Während unseres Finnlandaufenthaltes besuchten wir auch die im 18. Jht. auf sechs Inseln vor der Küste Helsinkis erbaute Seefestung. In einer ca. 20 minütigen Fahrt von Helsinki mit der Fähre erreicht man die Inselgruppe.

1748 gehörte Finnland zum Königreich Schweden, als unter der Leitung von Augustin Ehrensvärd die Festung mit dem Namen Sveaborg zu errichten begonnen wurde. Sein Grabmal kann im Hof der Festung, der zugleich der Hauptplatz der Anlage ist,  besucht werden, ein Museum ist in der ehemaligen  Residenz des Festungskommandanten eingerichtet und zeigt seinen Lebensstil.  1788 dient die Festung im schwedisch-russischen Krieg unter König Gustav III. als Basis. 1808 kapituliert die Festung vor der russ. Armee. 1809: Finnland geht an Russland über und die Festung beherbergt für die nächsten 108 Jahre eine russ. Garnison (seitdem sind die früher gegen Osten gerichteten Kanonen gegen Westen ausgerichtet). 1855 wd. des Krim-Krieges beschießt die engl. und franz. Flotte die Festung und verursacht schwere Schäden. 1917 russ. Revolution: Finnland erklärt sich am 6. Dezember für unabhängig. Während des finnischen Bürgerkriegs 1918 dient die Festung als Gefängnis, wird dann von der Regierung übernommen und in Suomenlinna umbenannt. Während des 2. Weltkrieges dient die Festung als Militärbasis für Küstenartillerie, Luftabwehr und U-Boote. 1973 zieht das Militär ab, die Festung wird dem Bildungsministerium unterstellt und 1991 wird sie als Beispiel europäischer Festungsarchitektur in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen.

Heute ist die Anlage ein lebendiger Stadtbezirk, über 900 Dauerbewohner sind auf den Inseln, viele arbeiten das ganze Jahr über dort, jährlich besichtigen ca. 700 000 Besucher die Inseln. Heute finden jedes Jahr vielfältige kulturelle Veranstaltungen statt. Die kunstgewerbliche Tradition wird durch zahlreiche Künstler fortgesetzt. Im alten Trockendock (seit 1760 noch in Funktion) werden heute alte Segelschiffe repariert.

Die Kirche von Suomenlinna wurde 1854 als russ-orthodoxe Kirche errichtet, mit Beginn der finn. Herrschaft innen und außen verändert und in eine lutherisch-ev. Kirche umgewandelt. Der Kirchturm dient gleichzeitig als Leuchtturm für den Luft-und Seeverkehr.

Beim Rundgang durch die südl. Insel (Kustaanmiekka) sieht man die ursprüngliche Bastionsfestung und die in der russ. Zeit errichtete Küstenverteidigungslinie mit den Sandbankwällen und den mächtigen Kanonen. Die monumentale Königspforte wurde 1753 als Hauptzugang dort errichtet, wo das Schiff des Schwedenkönigs bei der Inspektion ankerte.

Neben mehreren Museen kann man auch ein restauriertes U-Boot aus 1930 besuchen. Ansonsten finden sich eine Reihe von Cafes und Restaurants (alle mit Gästen gefüllt) und  auf den Wiesen und Grünflächen noch mehr”picknickende” Finnen, für die das einfach zu ihrem Lebensstil gehört. Auch wir ordneten uns diesem System unter, ehe uns nach etlichen Stunden die Fähre zurück nach Helsinki brachte.

Quellen: Seefestung Suomenlinna, Verwaltung von Suomenlinna, Helsinki 2010; de.wikipedia.org/wiki/suomenlinna

Kirche

Königspforte

Befestigungsanlagen

Fähre
Blick Richtung Helsinki

Eine Antwort auf „Suomenlinna (Sveaborg), eine 250 Jahre alte Seefestung“

  1. Auch wenn ich jetzt schon ein paar Mal auf Suomenlinna war, lerne ich aus diesem Artikel am meisten! Super Fotos!
    LG, Gerda

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