St Peter bei Freistadt oder eine Regenwanderung

Von den ca. 2500 Senioren beim Landesseniorenwandertag in Freistadt am 3. Mai 2011 war auch ich einer. Bei strömenden Regen war Abmarsch von der Messehalle in Freistadt. Die Route führte Richtung Fossenhof und dann hinauf nach St. Peter, wo beim Feuerwehrzeughaus eine Labstelle eingerichtet war. Die weitere kurze Route führte dann über den Wasserwanderweg zum Mariannumsportplatz, über die Promenade und den  Stadtplatz zurück zum Ausgangspunkt.

Da es während der ganzen bisherigen Wanderung wie aus Schaffeln schüttete und in der Labstelle in St. Peter kein Platz mehr unter Dach war, besuchten wir (einige Mitwanderer unserer Ortsgruppe und ich) die beiden nahe-stehenden Kirchen von St. Peter. Es wäre ein Besuch derselben allein schon wegen des Unterstandes zu empfehlen gewesen.

Auf der westlichen Anhöhe (ca. 700 m ü. A.) von Freistadt findet sich die denkmalgeschützte Filialkirche St. Peter, rundherum der kleine Ortsfriedhof  und gleich daneben die Kalvarienbergkapelle. Im 12. Jht.  wird von der Pfarre Neumarkt  die Pfarre St. Peter auf dem Berg errichtet, sie ist somit älter als  die Stadt Freistadt, die 1220 gegründet wurde. Seit der Mitte des 13. Jhts. war der Pfarrer von Freistadt zugleich auch Pfarrer von St Peter, die eine große Pfarre war bis 1785, wo sie aufgelassen wurde. Aus Ausgrabungen weiß man, dass die ursprüngliche Kirche eine romanische Saalkirche mit quadratischem Chor war. Diese wurde in den Hussitenkriegen (1420/30) zerstört, dann im spätgotischen Stil wieder aufgebaut. Sie ist dreischiffig, vierjochig und besitzt ein Kreuzrippengewölbe. Im Rahmen der religiösen Erneuerungsbewegung nach dem 30 jährigen Krieg  bekam die Kirche 3 frühbarocke Altäre, wobei das Hauptaltarbild die Verleugnung des Petrus zeigt, die Seitenaltäre  Bilder der Kreuzigung und von Maria Himmelfahrt. Seit den 80 iger Jahren sind die Bewohner von St Peter und die Freiwillige Feuerwehr um die Erhaltung ihrer Kirchen bemüht und haben die stark vom Holzwurm befallenen Altäre und die Orgel restauriert und  vor dem Verfall gerettet.

Inneres von St. Peter

Hochaltar

Unmittelbar neben der Kirche steht die Kalvarienbergkapelle oder Allerheiligenkapelle. 1370 wurde sie vom Freistädter Hermann dem Zinespan als Grabstätte der Familie errichtet. Sie wurde ebenfalls in den Hussitenkriegen zerstört und später im spätgotischem Stil wieder aufgebaut. Unter Josef II. wurde sie profaniert und diente weiter als Scheune. 1834 nach einem Brand wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung  gerückt, wird sie wieder renoviert und 1842 vom Linzer Bischof Gregorius 1842 geweiht. Zu dieser Zeit baute man von Freistadt nach St. Peter einen Kreuzweg.  Die Kapelle wurde zur 12. Station (Jesus stirbt am Kreuz). Der Hochaltar zeigt eine Kreuzigungsgruppe hergestellt um 1840 vom Bildhauer Friedrich Schneider im Nazarenerstil. Die Kapelle stammt aus dem Ende des 14.Jhts. und ist ein einjochiger gotischer Bau. Die letzte Renovierung erfolgte vor knapp 50 Jahren.

Kalvarienbergkapelle

Kreuzigungsgruppe

So gesehen hatte der Regen auch wieder was Gutes, hat er uns doch geradezu genötigt, uns etwas ausführlicher mit der lokalen Geschichte und Kunst zu beschäftigen. Der Regen hat übrigens im Anschluss weitgehend aufgehört, das Wetter besserte sich und die Rückwanderung nach Freistadt machte wieder mehr Spass.

Quellen: www.diözese-linz.at, www.wikipedia.de, Kleindel: Österreich Daten zur Geschichte und Kultur


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