Solarium verdoppelt Hautkrebsrisiko


Kritik an Sonnenstudios

Die Bräunung im Solarium ist offenbar doch schädlicher als bisher angenommen. Gerade bei jungen Frauen steigen die Fälle von schwarzem Hautkrebs an, wie auch eine Zusammenfassung der weltweit größten Studien zu diesem Thema zeigt, die beim Hautkrebs-Expertenforum in Berlin vorgestellt wurde.

Bei Menschen, die bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig Solarien nutzen, verdopple sich das Risiko für das besonders gefährliche maligne Melanom, warnte der Dermatologe und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP), Eckhard Breitbart. Dieses Risiko wachse jedes Jahr um weitere drei Prozent – „und das ist auch nicht wieder umkehrbar“, betonte Breitbart.

Vor allem Frauen betroffen

Laut einer der Studien erhöhe sich die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, bereits bei einem Solariumsbesuch pro Woche nach zwei bis drei Jahrzehnten auf das 2,4-Fache. Von dem malignen Melanom, schwarzem Hautkrebs, sind vor allem junge Frauen betroffen – sie sind auch die größte Zielgruppe der Solarien: „Frauen zwischen 18 und 25 Jahren sind eine typische Vielnutzergruppe. Sie gehen doppelt so häufig auf die Sonnenbank wie Männer“, erklärte der Experte Sven Schneider vom Mannheimer Institut für Public Health.

Weltweit erkranken jährlich rund 200.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs. Während in Australien bereits einer von 20 Menschen während seines Lebens an Hautkrebs erkrankt, ist es in Österreich zumindest einer von hundert. Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer weit höher ist.

Tausende Minderjährige trotz Verbots

Problematisch sei auch, so die Dermatologen am Berliner Kongress, dass trotz Verbots nach wie vor Tausende Minderjährige sich in den Solarien bräunen würden. 167.000 deutsche Solariengänger sollen demnach minderjährig sein.

Hautkrebs

Schwarzer Hautkrebs ist gefährlicher als weißer, weil sich die Krebszellen schnell über das Lymphgefäßsystem oder die Blutbahn ausbreiten können. Beim weißen Hautkrebs reicht es meist, die betroffene Stelle zu entfernen.

Wer in der Jugend oft einen Sonnenbrand hat und regelmäßig ins Solarium geht, setzt sich einem deutlich höheren Krebsrisiko aus. Auch in Österreich ist daher seit 1. September 2010 der Besuch von Solarien erst ab 18 erlaubt. Bei Verstößen drohen den Betreibern Strafen von bis zu 2.180 Euro. Allerdings wird auch in Österreich das Verbot immer wieder missachtet, wie etwa ein Test des Verbrauchermagazins „Konsument“ im vergangenen Jahr zeigte. Demnach hätten sich in sechs von 15 überprüften Wiener Sonnenstudios minderjährige Testpersonen anstandslos bräunen lassen dürfen.

Bestrahlungswerte zu hoch

Kritik wurde von den Experten auch an der Bestrahlung in den Sonnenstudios geübt, in vielen Solarien seien die Werte deutlich höher als empfohlen. Schon die erlaubte Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt pro Quadratmeter liege über den Empfehlungswerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die verwendete Bestrahlungsstärke „entspricht dem UV-Index 12, also der Sonneneinstrahlung um zwölf Uhr mittags am Äquator. Schon ab UV-Index 8 empfiehlt die WHO aber, sich im Schatten aufzuhalten“, betonte Rüdiger Greinert, Generalsekretär der Medizinergesellschaft Euro-Skin. Zudem weisen die Dermatologen jegliche positive Effekte von Solarien zurück: „Solariumsbesuche haben keinerlei positive Gesundheitseffekte: weder beim Vorbräunen der Haut noch bei der Vitamin-D-Produktion oder zum Stärken des Immunsystems.“

http://www.orf.at/stories/2117003/2117005/

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