Radtour in die Wachau (10.08.10)

 

  Bei herrl. Sommerwetter fuhren meine Frau und ich mit dem PKW  nach Aggsbach Markt, parkten dort das Auto und stiegen auf unsere Räder um. Wir fuhren erst nach Spitz, überquerten dort mit der Fähre die Donau und fuhren am Donauradweg am südl. Ufer bis zur Donaubrücke Krems. Die Fahrt ist wirklich abwechslungsreich, einerseits geht es vorbei an Wein- und Obstgärten, andererseits sieht man immer wieder zwischen dem Baumbestand am Ufer über die Donau hinweg die malerischen Dörfer der Wachau. Auffällig sind dabei natürlich die vielen Kirchen, errichtet in den verschiedenen Baustilen. Die Donaubrücke bei Krems hat einen eigenen breiten Radfahrstreifen, sodass man als Radler gefahrlos und ohne Nähe zum motorisierten Verkehr Krems erreicht. Auch dort fährt man durchwegs auf gut beschilderten Radfahrstreifen. Wir fuhren nun am nördl. Donauufer stromaufwärts.

  Etwas außerhalb von Stein machten wir in einer der vielen kleinen Imbißstuben entlang der Route unsere Mittagrast. Nach den bekannten Weinorten Loiben erreichten wir Dürnstein, neben Spitz sicher der bekannteste Ort der Wachau. Die Route führt durch den kleinen Ort, allerdings muß man das Rad schieben (aufgrund der vielen Besucher wäre anders ein Weiterkommen nicht möglich).

  Dürnstein ist eine kleine Stadt mit 880 Einw., aber eines der bekanntesten touristischen Ziele in Ö.

 Geschichte kurzgefasst:

  860 König Ludwig der Deutsche schenkt Ländereien im Donautal an das Erzstift Salzburg, erste Nennung von Loiben. 1002 Kaiser Heinrich II schenkt dem Kloster Tegernsee Land bei Loiben in der Mark des Babenbergers Heinrich I. Wd. des 11. Jhts. kamen die Kuenringer aus dem bayrisch-sächsischen Raum nach Österreich und erwarben im Dienste der babenbergischen Landesfürsten einen Großteil des Waldviertels. Das Kloster Tegernsee setzte sie als Vögte über ihre Besitzungen in der Wachau ein. Asso von Kuenring bekam das Gebiet des heutigen Dürnsteins, Mitte des 12.Jhts. errichteten die Kuenringen die Burg Dürnstein. 1192 wurde der Name Dürnstein erstmals erwähnt.

  Der erste “prominente Gast” in Dürnstein war König Richard I von England Löwenherz, der von Dez.1192 bis März 1193 auf der Burg Dürnstein gefangen gehalten wurde, wobei heute niemand weiß, ob in der heutigen Ruine, im Ort oder einer Nebenburg. Nach Erhalt einer riesigen Summe Lösegeldes wird vom Herzog Leopold V. Richard in  Speyer an den Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert. Mit dem Lösegeld (ca. 12 ooo kg Silber) prägt der öst. Herzog Münzen und errichtet Befestigungsanlagen, einen Teil des Lösegeldes bekamen die Kuenringer, die damit Burg und Ort Dürnstein ausbauten. 1347 wird Dürnstein erstmals als Stadt erwähnt, 1476 erlaubte Kaiser Friedrich III., die Stadtansicht als Wappen zu tragen. 1477 u.1485 erobern die Ungarn unter Mathias Corvinus die Stadt. 1551 verwüstet ein Brand die ganze Stadt. 1645 sprengen die Schweden unter General Torstenson die Burg. 13. Sept. 1683 der in Dürnstein weilende Kaiser Leopold I erhielt vom jungen Grafen Auersperg die Nachricht von der Befreiung Wiens von den Türken. 1805 (10. u. 11. Nov.) Gefecht bei Dürnstein und Loiben zwischen Franzosen einerseits und Russen und Österreichern andererseits. Beide Seiten erleiden hohe Verluste, siegreich sind die Russen unter Feldmarschall Kutusow, die umliegenden Orte werden erheblich beschädigt. Ein kürzlich renoviertes Denkmal am Radweg bei Loiben erinnert an das Geschehen vor über 200 Jahren. Etwas Kurioses:  1811 Loiben wurde an Graf Alois Geniceo um  158 400 Gulden versteigert. (Was würde wohl heute für manche Orte geboten werden??)

typisch Dürnstein!

  20.Jht.: 1909  Bau der Wachauerbahn mit einer Sprengung durch Erzherzog Franz Ferdinand, 1925 Großbrand, 1958 Eröffnung der Wachau- Donauuferstraße.  2002 die Stadt wird gemeinsam mit der Wachau zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Nach einer sogen. “Kulturpause” in Dürnstein setzten wir uns wieder aufs Rad und radelten gemütlich stromaufwärts, wobei der Radweg immer wieder durch die malerischen Orte der Wachau führt. Gestärkt mit 1kg Wachauer Marillen und Pfirsiche, die wir an Standeln (um sehr viel Geld!) erworben hatten, erreichten wir wieder unseren Ausgangsort Aggsbach Markt und waren froh, nach 62 km den harten Fahrradsattel mit dem Polstersitz vom Auto tauschen zu können.

Quellen: Kleindel; Österreich, Daten zur Geschicht und Kultur, www.duernstein.at, Wikipedia

 

Mautern
Stift Göttweig

Spitz

 

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