Radeln inmitten der Wachau (Do. 09.09.10)

  Zusammen mit 8 rüstigen Senioren von BK radelte ich bei etwas kühlem und windigem Herbstwetter 32 km durch die Wachau. Die PKWs wurden in Spitz geparkt.

  Mit der Fähre setzten wir ans rechte Donauufer über und radelten dort flußabwärts am Donauradweg. Immer  wieder wechselt das Bild, waren doch am gegenüberliegenden Donauufer die malerischen Orte der Wachau (St. Michael, Wösendorf, Joching, Weißenkirchen, Dürnstein usw.) zu sehen. Nach den Weinorten Rührsdorf und Rossatz erreichten wir Mautern.

  Mautern, den meisten von uns aus der Bundesheerzeit durch seine Raab-Kaserne mit Sitz des Kommandos der 3. Panzergrenadierbrigade  bekannt, ist heute eine Kleistadt mit knapp 3500 Einwohner am südl. Donauufer gegenüber von Krems/ Stein . Einige alte Häuser geben noch Zeugnis von der Vergangenheit. Die Römerhalle dient als moderner Veranstaltungssaal. Auch ich war bei einigen Kongressen schon hier.  In Mautern gibt es mehrere Stellen mit archäolog.Ausgrabungen aus der Römerzeit. Im 1. Jht n. Chr. wird im damaligen Favianis (heutiges Mautern) unter Kaiser Domitian ein röm. Kastell errichtet, die 1. Legion von Norikum war hier stationiert. Berühmt wird der Ort erstmals in der Spätantike am Ende der Römerzeit, als Severin von Norikum hier um 450 ein Kloster gründete, zu der Zeit herrschten hier bereits die Rugier. 482 stirbt der hl. Severin in seinem Kloster. Ende des 9. Jhts. kommt Mautern in den Besitz des Klosters Kremsmünster, 991 in den Besitz des Bistums Passau. 1467 Verleihung des Stadtwappens durch Kaiser Friedrich III. 1734 Verkauf der passauischen Herrschaft Mautern an Friedrich Karl Graf von Schönborn. Wd. der NS-Zeit war Mautern der Gauhauptstadt Krems eingegliedert.

   Den wenigsten von uns war bekannt, dass wir nun die Donau auf der 2. ältesten Donaubrücke Österreichs überquerten. 1463 wird erstmals eine Holzbrücke erwähnt, die im Laufe der Geschichte wiederholt abgetragen oder abgebrannt und wieder neu errichtet wurde. Die heutige ist eine sogenannte Fachwerkbrücke aus Stahl und wurde 1893-95 gebaut. Im Mai 1945 wird sie durch Faschisten zerstört. Auf Befehl des Sowjet Marschal Konjew wurde die Brücke durch Ingenieure der Roten Armee von Juli- Sept. 1945 wieder instandgesetzt. Eine Tafel am Südende erinnert daran. Wieso der Oberbau der Brücke an der Südhälfte rechteckig und an der Nordhälfte bogenförmig ausgeführt ist, konnte ich nicht eruieren.

 

 

 Am linken Donauufer fuhren wir dann zügig stromaufwärts (wahrscheinlich auch durch den mittäglichen Hunger bedingt) durch die berühmten Wachauer Weinorte Unter-u. Oberloiben vorbei am Denkmal, das an die Schlacht bei Loiben 1805 wd. der napoleonischen Kriege erinnert.  Dürnstein (Geschichtl. wurde in einem früheren Blog erwähnt) war übervoll mit Touristen (wahrscheinlich Briten, die den Spuren ihres Königs Richard Löwenherz folgen?). Die Räder mußten wir daher schieben, auf den Schloßhotelterasse machten wir kurze Rast und einige Fotos, ehe wir nach Weißenkirchen weiterfuhren und dort beim Kirchenwirt im schattigen Gastgarten unser Mittagessen einnahmen, was uns allen vorzüglich schmeckte.

Beim Kirchenwirt in Weißenkirchen

  Gestärkt und ausgeruht radelten wir vorbei an den Weingärten und durch die idyllischen Weindörfer Joching, Wösendorf und St. Michael bis zu unserem Ausgangspunkt Spitz.

 Zufrieden nach etwa 34km, wieder ein Stück unserer schönen Heimat “erradelt” zu haben, fuhren wir mit den PKWs nach Hause.

Quellen: Donauradweg von Passau bis Bratislava, Kleindel: Österreich, Daten zur Geschichte und Kultur, Wikipedia, www.sagen.at/fotos

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