Päpstlicher Brief und der Christstollen

Der von Hand gefertigte Christstollen kann wohl als  das Weihnachtsgebäck mit der längsten Tradition bezeichnet werden.Der mit Zucker überpuderte Laib stellt wohl dieVersinnbildlichung des in Windel gewickelten Jesuskindes dar.

1329  erfolgte die erste urkundliche Erwähnung in Naumburg als Weihnachtsgabe für Bischof Heinrich. Der Christstollen (“Christbrod”) war damals nicht die uns heute bekannte köstliche Mehlspeise sondern er wird  als Fastenbrot (1474) auf einer Rechnung an den Dresdner Hof erwähnt.

Die Adventzeit ist Fastenzeit und nach dem Dogma der kath. Kirche durfte der Stollen nur aus Hafermehl, Hefe, Wasser und etwas Rapsöl hergestellt werden. Streng verboten waren die Zutaten Butter und Milch. Somit schmeckte er fad und war wenig bekömmlich. 1450 ersuchten die Kurfürsten Ernst und Albrecht von Sachsen den Papst Nikolaus V (1447-1455) in einem Schreiben um Lockerung der genusslosen Vorschriften, der Papst lehnte aber ab. Eine positive Antwort aus Rom dauerte auch damals schon lange. Fünf Päpste waren inzwischen verstorben, als Innozenz VIII (1484-1492) im Jahre 1491 ein als “Butterbrief” bekanntes Schreiben schickte und die Verwendung von Butter statt Öl erlaubte. Allerdings war eine Bedingung daran geknüpft: wer Butter verwendete, musste Buße zahlen. Das Geld wurde unter anderem zum Bau des Freiberger Doms verwendet. Somit hat dankenswerter Weise der Papst das Rezept des Christstollens deutlich verbessert.

Aus dem Fastengebäck wurde so ein Festgebäck. Ab 1560 bis zum Ende der Monarchie 1918 mussten  am 2. Weihnachtsfeiertag die sächsischen Bäcker dem kurfürstlichen Landesherrn je zwei Christstollen  von 1,5 m Länge und 36 Pfund überbringen. Rekordverdächtig war wohl das Jahr 1730. Kurfürst Friedrich August der Starke ließ für ein Fest einen Riesenstollen von 1,8 t backen, der dann in 24 000 Portionen aufgeteilt wurde.

Heute erinnert noch das alljährlich vor dem 2. Adventsonntag stattfindende Stollenfest auf dem Dresdner Stritzelmarkt daran. Heute ist der  Echte Dresdner Christstollen petentrechtlich geschützt.

Quellen: www.weihnachtsideen24.de, www.besuchen-sie-dresden.de, aus Wikipedia, der Christstollen: ein Vorbote der Adventzeit: Walbusch November 2010

Papst Innozenz VIII

August der Starke

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