Des Pfarrers Katze ….

Der Pfarrer hielt die schönste Predigt, gar manche schliefen dennoch ein. 

 Da kam auf einmal in die Kirche, des Pfarrers Katze auch hinein.

 Sie ging ganz langsam durch die Kirche und vorne setzte sie sich hin.

 Sie schaut hinauf zu ihrem Pfarrer, aufmerksam hört sie auf ihn.

Da blickten alle auf die Katze, die Schläfer weckt man extra auf, damit sie sehen, wie die Katze zu ihrem Pfarrer schaut hinauf.

 Ihr wundert euch, sprach jetzt der Pfarrer, dass meine Katze kommt hierher;

 und dass sie aufgepasst auf die Predigt, das wundert euch vielleicht noch mehr.

 Sie kommt hierher, ich will´s euch sagen, und sucht sich hier auch einen Platz, weil sie gehört hat, dass ihr Pfarrer hält hier die Predigt für die Katz!

Rauchen steigert Darmkrebsrisiko!

21/07/10,08:35, Elsevier

Rauchen fördert Genveränderungen, die zu Darmkrebs führen

Inwieweit Rauchen zu spezifischen epigentischen Veränderungen und Genmutationen führt, die bei der Entstehung von Darmkrebs bedeutsam sind, untersuchten Paul Limburg und Mitarbeiter der Mayo Clinic in Rochester.

Dazu erfassten die Wissenschaftler die Rauchgewohnheiten von annähernd 42.000 Teilnehmerinnen der Iowa Women’s Health Study (IWHS) mittels Fragebögen. Die Teilnehmerinnen waren zwischen 55 und 69 Jahre alt, 66 Prozent waren Nichtraucherinnen, 34 Prozent aktive oder ehemalige Raucherinnen.

Zwischen Rauchen und der Gesamtinzidenz des kolorektalen Karzinoms ließ sich nur ein moderater Zusammenhang nachweisen. Doch war das Rauchen eng mit einem bestimmten Subtyp des Darmkrebses, nämlich Tumoren mit hoher Mikrosatelliteninstabilität, epigenetischen Veränderungen sowie BARF-Mutationen verbunden. Dieser Subtyp des Darmkrebses kommt bei älteren Frauen häufiger vor.

Die Autoren sehen den Zusammenhang zwischen dem Rauchen und einem erhöhten Darmkrebsrisiko bestätigt. Offenbar fördert das Rauchen Genveränderungen und epigenetische Veränderungen, die bei der Karzinogenese bedeutsam sind.

(Quelle: PJ Limburg et al.: Cigarette smoking and colorectal cancer risk by molecularly defined subtypes. Journal of the National Cancer Institute 2010; doi:10.1093/jnci/djq201)

Nachsatz:
In immer kürzeren Abständen werden Daten bekannt, wo das Rauchen sich negativ auf die Gesundheit  auswirkt. Aber offensichtlich greift die medizinische Auflärung nicht, ansonsten gäbe es nicht soviele Raucher. Man sollte die Antirauchergesetze weiter verschärfen. Micht täte interessieren, wieviele Raucher in unserem Parlament sitzen! Vorerst kann ich nur jedem (und je jünger, desto eindringlicher) raten, das Rauchen raschest einzustellen…das meint docbruni.

Ein schöner Fleck Heimat (eine Sonntagswanderung)

Bei herrlich warmem Sommerwetter wanderten wir (meine Frau , Tochter Gerda und ich) am Sonntag 11.07. morgens von Tiefenbach (242 m) weg auf den Brandstetterkogel.

 Der Weg beginnt unmittelbar in der Kehre der Straßenauffahrt  (B 119)zur Greinerbrücke und ist als Matrassteig in der Karte vermerkt. Er ist benannt nach Franz Eduard Matras (1862-1945), er war Präsident des “österreichischen Touristenklubs” von 1912-1939. Der Weg führt  im Wald steilbergauf und zieht dann einige 100 m über der Donau quer den Hang entlang über zum Teil schroffes felsiges Gelände weiter. Wir hielten uns aber rechts und gerade aufwärts und erreichten den Gipfelstein (519 m) mit einer herrlichen Aussicht nach Grein. Vorgelagert findet sich einige Meter davor das wuchtige hölzerne Gipfelkreuz jüngeren Datums mit einem Gipfelbuch.

 Hier hat man eine wunderbare Aussicht auf die Donau flussaufwärts. Nach einer kurzen Rast wanderten wir weiter Richtung Branstetter Kogel (Schutzhaus)  Der Weg führt anfangs leicht bergab, dann über ein kleines Bächlein und dann in Kehren mäßig steil bergauf, wo wir alsbald die Hütte erreichten (532 m). Nach einer kurzen Rast auf der Veranda der Hütte mit Blick auf Grein und die Hügel des unteren Mühlviertels brachen wir gestärkt durch Speis und Trank auf . Auf der Normalroute stiegen wir ab und  erreichten  rasch das Donauufer zwichen Wiesen und Tiefenbach. Nach kurzer Wanderung auf der Straße sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour gelandet.

Alles in allem waren wir ca. 2 1/2 Stunden unterwegs bei herrlichstem Sommerwetter und uns hat es gut gefallen. Laut Gipfelbuch  waren wir an diesem Tag die ersten Gäste (von denen, die sich eintrugen!). Auch sonst haben wir kaum Wanderer getroffen, die Schutzhütte war ebenfalls fast menschenleer und das Sonntagmittag! Es ist schade, die Natur ist wunderschön, eine Bewegung wäre ebenfalls gesund. Die Wege sind gut gepflegt, die Preise der Hütte nicht überhöht. Irgendetwas muß wohl die Menschen in unserer Zeit träge machen, schade.

Oberst Klinke-Hütte (29.06.10)

Nach Besuch des Weidendoms und des Bergsteigerfriedhofes in Johnsbach brachte uns der Bus  über Admont in die Kaiserau, von dort auf der Mautstraße bis zum Parkplatz bei der Oberst-Klinke Hütte (1486 m), wo schon das Mittagessen auf uns wartete.

Oberst Rudolf Klinke suchte als Ausbildungsleiter des damals in Admont stationierten Gebirgsjägerregiments einen geeigneten Platz für ein Trainingslager. Am Fuße des Kalblings fand er die idealste Umgebung. Die Hütte wurde während der Kriegsjahre erbaut und bekam nach seinem Tod 1939 seinen Namen. Nach 1959 kam die Hütte in den Besitz des Österreichischen Alpenvereins, der sie auch heute noch betreut und den Namen „Oberst Klinke Hütte“beibehielt.

Nach dem Mittagessen hatten wir noch genügend Zeit bei herrlichem Sommerwetter eine kleinere Wanderung zu machen. Wir stiegen zum Kalbling Gatterl (1542 m) problemlos auf, immer vor uns das wuchtige und schroffe Bergmassiv des Admonter Kalbling (2196 m). Mit ein paar “Konditionsstärkeren”  ging ich noch weiter den Langgangkogel hinauf, immer auf einem moosigen teilweise im  mit Heidelbeersträuchern bewachsenen lichten Waldboden führenden Pfad. Vor uns aufragend der Kalbling und dahinter das Sparafeld (2247 m), konnten wir wirklich die herrliche Aussicht genießen. Man bekommt  Appetit, wieder mal eine echte Bergtour zu machen.

Nach dem Abstieg zur Hütte war noch genügend Zeit, ein kühles Bier zu trinken, bevor uns der Bus wieder aufnahm und es heimwärts ging. In Biberbach im GH Kappl wurde nochmals Rast gemacht, bevor es endgültig heim nach BK ging. Gesund und wohlbehalten mit vielen schönen Eindrücken stiegen wir 49 Teilnehmer zu Hause wieder aus dem Bus. Mein Dank gilt der Organisation.

 

 

Besuch des Bergsteigerfriedhofes in Johnsbach (29.06.10)

Nach dem Stop beim Weidendom fuhr uns der Bus ins Johnsbachtal nach Johnsbach, wo ein Besuch der Pfarrkirche und des herum angelegten Friedhofs, besser bekannt als “Bergsteigerfriedhof” geplant war. Das 200 Seelen-Dorf Johnsbach hatte seinen Friedhof um die Kirche herum angelegt. 1885 trug man auf Stangen die ersten Touristenopfer der Gesäuseberge herunter und begrub sie zwischen den Johnsbacher Bauern. Vorher waren es Johnsbacher, die bei ihrer Arbeit als Holzfäller, Jäger oder Sennerinnen in den Bergen verunglückten. Die erste Nennung eines Bergtoten stammt aus dem Jahre 1810.

  Mit der Entdeckung des Gesäuses als hochalpines Touristenparadies für bergbegeisterte Wiener bekam der Friedhof eine zusätzliche Aufgabe. Es wurden hier tötlich verunglückte Bergsteiger begraben. Der nördl. und östl. Teil des Friedhofes war eher den Bergtoten vorbehalten. Mit dem Ende des 2. Weltkrieges lagen 70 Bergtote dort begraben, ab den 50-iger Jahren werden die Toten immer häufiger in ihre Heimatorte überführt. Vor 15 Jahren wurde das letzte Opfer der Berge hier begraben. Erfreulicherweise nahmen die Totbergungen im Gesäuse kontinuierlich ab. In den Zwanzigerjahren kam auf jeden Einsatz ein Toter, in den letzten zehn Jahren wurden bei 310 Einsätzen 280 Personen lebend und 27 tot geborgen.

Auch ein junger Bad Kreuzner kam in den Sechziger Jahren dort ums Leben und liegt auf dem Friedhof begraben (wir konnten seinen Namen auf einer Liste dort finden allerdings nicht mehr sein Grab). Man wird doch innerlich ganz seltsam bewegt, wenn man durch die Gräberreihen geht und die manchmal ganz eigenwillig gestalteten Grabsteine mit den Inschriften der meist in jungen Jahren Verstorbenen betrachtet. Vor über 40 Jahren habe ich diesen Friedhof bereits einmal nach einigen Bergtouren im Gesäuse besucht, damals waren die Eindrücke und Gefühle, soweit ich mich erinnere, ganz andere.

Der Bergsteigerfriedhof in Johnsbach ist nicht der einzige in Österreich, aber der größte. Es liegen hier 83 Touristen begraben, 49 Gräber sind noch erhalten. Weitere solcher Friedhöfe finden sich in Heiligenblut am Großglockner, in Pontresina am Fuße der Bernina, in Zermatt am Fuße des Matterhorns, in Sulden am Ortler und in Chamonix am Mont Blanc. (Quelle: Der Bergsteigerfriedhof in Johnsbach, Josef Hasitschka)

Natürlich konnte ich auch die Kirche besuchen, in ihrem äußeren Erscheinungsbild ist es ein schlichtes frühbarockes Gotteshaus aus der Zeit um 1665. Im Presbyterium ist noch der gotische Vorgängerbau aus dem 14. Jht. zu erahnen. Die Kirche ist dem Hl. Ägidius geweiht. Es ist einer der “vierzehn Nothelfer” und wird im bäuerlichen und handwerklichen Bereich verehrt. Als Viehpatron und Fürsprecher bei Krankheit und Unfruchtbarkeit stand er bei der ländlichen Bevölkerung in hohem Ansehen.

Ein ganz interessantes Detail habe ich der Broschüre vom Pfarrprovisor P.Gebhart Grünfelder entnommen, wonach das Gotteshaus in den Sechzigerjahren  seiner früheren barocken Ausstattung komplett beraubt  und dann doch zu einfach und modern eingerichtet wurde. In den letzten Jahren wurde (offensichtlich nach einem Pfarrerwechsel) ein Teil der alten kostbaren Einrichtung wieder ins Gotteshaus zurückgeführt. Ich finde, es ist gut gelungen und die Kirche erstrahlt in bestem Glanz. Dem Verantwortlichen ist zu gratulieren.

Mit vielen neuen Eindrücken von der Kultur und der wunderschönen umgebenden Natur bestiegen wir wieder den Bus und fuhren weiter über die Kaiserau zur Oberst Klinke Hütte.

 

Neue Studie zur gesundheitl. Schädlichkeit von Handymasten

 

07/07/10,08:35, Elsevier

Sendemasten keine Ursache für Krebs bei Kindern

Ob elektromagnetische Felder dem ungeborenen Kind Schaden zufügen können, steht schon länger zur Diskussion. Entwarnung hinsichtlich des Zusammenhangs von frühkindlichen Krebserkrankungen und der Nähe zu Sendemasten geben die Ergebnisse einer Untersuchung, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde.

Die Daten von fast 1400 Kindern im Alter von bis zu fünf Jahren mit Leukämien, Krebserkrankungen des zentrales Nervensystems und Non-Hodgkin-Lymphomen aus der National Cancer Registry in Großbritannien zeigen im Vergleich zu Kindern einer Kontrollgruppe ohne Krebserkrankungen, dass die Nähe des Wohnortes der Mutter zu Sendemasten nicht mit einem erhöhten Krebsrisiko zusammenhängt.

Der Abstand zwischen mütterlichem Wohnort und Sendemast betrug bei Kindern mit Krebserkrankungen durchschnittlich 1107 Meter und 1073 Meter bei Kindern der Kontrollgruppe. Auch hinsichtlich der Stärke der von den Sendemasten ausgehenden elektromagnetischen Felder ergab sich kein Unterschied.

Ein Zusammenhang zwischen frühkindlichen Krebserkrankungen und der mütterlichen Nähe zu Sendemasten während der Schwangerschaft ist somit nicht belegbar.

(Quelle: P Elliot et al.: Mobile phone base stations and early childhood cancers: Case-control study. BMJ 2010;340:c3077)

 Mein Kommentar:

Entfernung von über 1 km ist relativ weit, das wird in Großstädten mit Sicherheit unterschritten. Vielleicht hätte man die Entfernungen genauer unterteilen sollen z.B.: 250, 500, 1000m, vielleicht schauts dann schon anders aus. Ansonsten ist das British Medical Journal eine weltweit sehr anerkannte wissenschaftl. medizin. Fachzeitschrift und die erhobenen Daten werden schon stimmen (Gott sei Dank!).

Radtour am Ybbsfeld (07.07.10)

Bei schönem Sommerwetter stand heute die schon länger geplante Radtour mit meinem Freund Pepi B. auf dem Programm. Das Auto wurde  in Amstetten geparkt und um 9.00 fuhren wir mit unseren Rädern den markierten Radweg über Eggersdorf – Matzendorf – Atzersdorf nach Osten bis ca. auf Höhe der Autobahnauffahrt Amstetten Ost, dann nach Süden  über die Ybbsbrücke nach Günzing. Bislang  immer Asphalt (außer einer kurzen Baustelle bei Atzersdorf), wenig bis fast kein Verkehr und leichter Rückenwind machte die Sache auf der durchwegs ebenen Strecke noch leichter. Nach Truckenstetten ging es weiter mäßig ansteigend Richtung Freidegg auf einem Güterweg. Auf der Höhe angekommen hat man einen sehr schönen Ausblick Richtung NW aufs Ybbsfeld mit Amstetten, Kollmitzberg und die Ortschaften entlang der Westbahn. Nach S und SO sieht man auf die Hügelketten der Voralpen mit dem Ötscher im Hintergrund. Ein nettes Bankerl lädt dort zum Rasten ein. Leicht bergab gings nach Freidegg und nach wenigen km  befanden wir uns in Ferschnitz. Wir besuchten die Pfarrkirche, die doch eine Anzahl kunstgeschichtl. interessanter Details enthält.

Der Ort Ferschnitz liegt im ältesten Siedlungsgebiet von Niederösterreich und wird urkundlich bereits 1034 erwähnt. Sicher gab es damals bereits eine Kirche. Der Chorbau ist spätgotisch, die Erweiterung fällt in die Renaissance und die Innenausstattung ist barock. Auffällig das schöne Netzrippengewölbe über dem Chor. Das Sakristeiportal li. vorne zeigt den Übergang von der Spätgotik (eisenbeschlagene Tür) zur Renaissance (Steinportal). Die Kirche wurde im Renaissancestil erweitert (Langhaus und Turm 1757). Sie war Begräbniskirche eines mächtigen Adelsgeschlechtes (auf Schloß Freidegg), so findet man li.und re. im Chor große Marmorplatten als Grabmale. Die Kirche war vorübergehend protestantisch, nach 1630 wieder katholisch und bekam in der Folge seine barocke Innenausstattung (Altar, Kanzel mit Schalldeckel). Das Altarbild stammt vom österr.Barockmaler Martin Johann Schmidt (1770 datiert) und zeigt den hl. Papst Sixtus (257-258), wie er aufgefordert wird, eine Götzenstatue anzubeten.

Nach einer kurzen Brotzeit fuhren wir weiter nach Senftenegg, zweigten dann rechts ab und fuhren (besser gesagt schoben die Räder) einen Güterweg bergauf nach Giemetsberg. Oben gibt es einen schönen Blick rundum,  und vorbei beim Mostheurigen Zeilinger, ging es bergab zur Hametmühle und dann den Mühlbach entlang bis zur Ybbsbrücke nach Leutsmannsdorf. Wir fuhren aber dann südl. der Ybbs durch die Auen auf einem gut befestigten Schotterweg einige km und trafen dann auf den Moststraßen-RadtourWeg ,vorbei an der Kläranlage , erreichten über Allersdorf  wieder die Stadt Amstetten. Mit einem etwas späten Mittagessen und einem guten Bier im GH zur Rennbahn (Sandhofer) war unser Radausflug zu Ende.

 Die Strecke bietet gute Beschilderung, saubere Wege, zu über 90% Asphalt, wenig motorisierten Verkehr und ist auch für wenig konditionsstarke Senioren gut befahrbar. Gleichsam am “Wegesrand” finden sich auch interessante kulturelle Kostbarkeiten (wir haben uns diesmal für die Pfarrkirche Ferschnitz etwas mehr Zeit genommen).

Ein Säulenmarterl nach Truckenstetten

Blick nach SO

 

Säule vor der Kirche

Sakristeiportal
Grabmale li.
Grabmal re.
Kanzel
Hochaltarbild

Der Weidendom im Nationalpark Gesäuse

Im Rahmen eines Ausflugs mit  Senioren aus BK am 29.06.2010 konnte ich auch den Weidendom im Nationalpark Gesäuse kennenlernen. Er liegt mitten im Gesäuse an der Abzweigung nach Johnsbach ca. 10 km östlich von Admont. Am Ennsufer gelegen und umgeben von einem einzigartigen Gebirgspanorama findet sich dieses erste lebendige Gebäude von dieser Größe im Alpenraum. Der Eintritt ist frei, mehrmals tägl. gibt es Forschungsprogramme zum Thema Wasser und Boden (diese sind gebührenpflichtig). Man kann kleine Wassertierchen oder Bodenlebewesen sammeln und dann unter den bereitgestellten Mikroskopen betrachten. Ich halte das für eine ausgezeichnete Idee und man sollte großzügig ganze Schulklassen dort hinfahren und unter Anleitung sie dort zum “Forschen” animieren (learning by doing). Leider war außer unserer Reisegruppe keine wesentliche Aktivität dort zu sehen, eigentlich zu schade für die schöne und gepflegte Anlage. Sie ladet auch zum Ausruhen und Relaxen ein (letztes Bild!)

Der Nationalpark Gesäuse hat knapp über 11 054 ha und ist der drittgrößte in Österreich. Er umfasst im wesentlichen die 2 Gebirgsstöcke der Hochtorgruppe und das Buchsteinmassiv. Es ist ein wildes Gebirge aus Kalkgestein, eine schöne unnahbare Landschaft mit Steilwänden, die bis 1800 m aufragen. Unten donnert die Enns vorbei, die sich in Jahrmillionen tief ins Gebirge eingegraben hat. Seit 2002 ist dieses Gebiet Nationalpark mit der Verpflichtung des Naturschutzes, Bewahrung der Artenvielfalt, Erholung und Naturerlebnis zu bieten und wissenschaftl. Forschung zu betreiben.

 

Goldene Hochzeit

 

 

  Hr . und Fr. Mühlehner feierten in diesen Tagen das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlass fand sich am Freitag 11. 6. in ihrem Hause in Oberdörfl 13 eine größere Gratulantenschar ein. In meiner Funktion als Vorstandsmitglied des Seniorenbundes, Bad Kreuzen war ich auch unter der Gratulantenschar. Nach dem “hochoffiziellen” Gratulieren lud die Familie Mühlehner zum Mittagessen. Dabei gab es natürlich auch Gesprächstoff über Ereignisse der 50 Jahre, die beide als Ehepaar erlebten.

Für mich ein Anlass, ein wenig nachzuschauen, was 196o geschah: im persönlichen Umfeld, in Bad Kreuzen, in Österreich und auf der Welt.

Ich beendete in diesen Tagen gerade die 2. Gymnasialklasse des Kollegium Petrinum. Soweit ich mich erinnere, standen in den Hauptfächern (man beachte die Reihenfolge!!): Latein, Deutsch u. Mathematik im Zeugnis ein “sehr gut” oder “gut”. Meine Geschwister gingen alle noch in die Volksschule und am Könighofergut gab es noch keinen Traktor und kein Auto, lediglich ein altes Damenrad (Steyr-Waffenrad) meist mit einem Patschen und ein HMW-Moped, mit dem wir älteren Buben schon fahren durften (solange noch Benzin im Tank war). Es gab keinen Fernseher, aber ein Radio, das lediglich zu Nachrichten und Wettervorhersage eingeschaltet wurde ( Ausnahmen:am Sonntagnachmittags- das”Wunschkonzert von Radio OÖ” und für uns Jungen am Samstagabend “Tanzmusik auf Bestellung”).

In Bad Kreuzen war Ferdinand Riegler (Starzhofer) Bürgermeister, Kan. Gütlinger Pfarrer und Franz Winglmayr Direktor der Volksschule ( eine Hauptschule gab es noch nicht). Dafür gab es im Ort einen Gendarmerieposten,ein Postamt, 4 Lebensmittelgeschäfte, 3 Kaufhäuser, 2 Tankstellen, 2 Fleischhauereien, 2 Trafiken, 6 Gasthäuser und 1 Cafe mit Musikbox und kleiner Tanzdiele.

In Österreich ist Adolf Schärf Bundespräsident, Julius Raab (ÖVP) Bundeskanzler, Bruno Pittermann Vizekanzler und Bruno Kreisky Außenminister (beide SPÖ).  In Südtirol gab es mehrere Bombenanschläge und Verhaftungen. Die Österreicher brauchten zeitweise bei der Einreise nach Italien ein Visum!! Ö. bringt das Südtirolproblem vor die UNO. Die Grenzen zur Tschechoslowakei, Ungarn und Jugoslawien sind in jeder Richtung dicht und entwickeln sich zum “Eisernen Vorhang”. Das Burgenland wird eigene Diözese. Im August 1960  gibt es in Ö. 44 320 Arbeitslose , 1961 knapp 35 000 (und heute!!!!). Seit einem Jahr gibt es die 45 Stundenarbeitswoche. Der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow macht in der 1. Juliwoche eine Rundreise durch Österreich- ich erinnere mich noch, wie ich auch am Donaukai in Grein mit zwei Fähnchen (ein öst. rotweißrotes u. ein sowj. rotes mit Hammer und Sichel ) schwingend den hohen Gast, als er im Bus langsam vorbeifuhr, sehen konnte.

In Ö. gab es insgesamt 127 402 Fernsehteilnehmer (auch im Petrinum gab es 2 oder 3 Geräte, natürl. nur Schwarz-Weiß mit vielen Flimmerepisoden). Bei den 8. Olympischen Winterspielen in Squaw Valley (USA) errang Österreich 1 Gold-, 2 Silber- u. 3 Bronzemedaillen. bei den 17. Olymp. Sommerspielen in Rom gab es für Öst.  je 1 Gold- und Silbermedaille.

Was tat sich 1960 noch auf der Welt?

In Westdeutschland war Konrad Adenauer Kanzler, der amerik. Präsident war Dwight Eisenhower. Senator John F. Kennedy und Richard Nixon waren die Kanditaen für das Präsidentenamt 1961. Die Berliner Mauer steht noch nicht, Bau 1961. 17 afrikanische Staaten wurden1960 unabhängig und somit vom weißen Kolonialismus befreit. Schwere Kämpfe in Algerien, da ihm von Seiten Frankreichs die Unabhängigkeit verweigert wird. In Nordvietnam wird Ho Chi Minh als Präsident gewählt. Brasilien baut seine Hauptstadt Brasilia nach Reißbrettplänen. Am 1. Mai schießen die sowjet. Streitkräfte ein US-Aufklärungsflugzeug über Swerdlowsk ab (Kalter Krieg). Jack Brabham war Formel1 Weltmeister und Jacques Piccard erreicht mit einem Tauchboot eine Rekordtiefe von 10 916 m, die bisher meines Wissens nicht übertroffen wurde. Der Dhaulagiri (7. höchster Berg der Welt) wird erstmals bestiegen. Der Russe Juri Gargarin war der 1. Mensch im All. In Deutschland erobert der Ford Taunus 17 M die Strassen. Der neue 1500 VW Käfer (34 PS) beschleunigt in 35 Sek.(!!) von 0-100 km/h. In Amerika kommt die Antibabypille auf den Markt und erfreut sich rasch großer Beliebtheit. 1957 bzw. 1958 kommt der 1. Defibrillator und Herzschrittmacher zur Anwendung. Liverpool wird von einer “Käferplage” heimgesucht: die Beatles gründen sich und schreiben jetzt Rockgeschichte. Die beliebtesten Namen 1960 waren: Sabine, Petra, Andrea, Susanne, Gabi, Birgit; Peter Michael, Klaus, Thomas, Wolfgang, Andreas und Jürgen. 

Dies alles nahm ich als damals 13- Jähriger schon bewußt wahr , wie ich mich erinnere. Heute ist es für mich die sogenannte “gute alte Zeit”.

Oberarzt Dr. Ferenc Raduly….(Ein lieber Kollege geht in die Praxis)

Am Freitag 25.06.10 war ich von einem ganz lieben Kollegen aus meiner aktiven Zeit anläßlich seines Ausscheidens aus dem Krankenhaus zu einer Abschiedsfeier geladen. Um 19.00 Uhr lud OA Dr. Ferenc Raduly seinen Chef und Abteilungsvorstand, die Oberärzte und Assistenten der internen Abteilung ins “Alte Schiffsmeisterhaus” in Ardagger Markt. Der Wirt, Herr Tofferer, hat für die Anwesenden ein sehr anspruchsvolles und reichhaltiges Buffet zusammengestellt mit Schwerpunkt Meeresfrüchte und Fisch. Dazu gab es auch die entsprechenden Weinsorten, die uns (zumindest den in “Dingen des Weines” Unkundigen ,wozu auch ich mich zähle) der Chef des Hauses servierte mit den nötigen fachlichen Erklärungen. Natürlich durfte auch eine süße Nachspeise nicht fehlen.

Ferenc erläuterte uns seinen Entschluß, dem KH den Rücken zu kehren und sich in Zukunft nur seiner Praxis zu widmen, er bedankte sich beim Primar und den Anwesenden für die gute Zusammenarbeit im Team. Bei lockeren Plaudereien unter KollegenInnen, wo auch Lustiges und Kurioses nicht zu kurz kam, verging die Zeit im Nu.

Ich persönlich kenne Ferenc schon über zehn Jahre von seiner Turnuszeit her, zeitweise war ich auch sein unmittelbarer Vorgesetzter. Er war ein sehr wissbegieriger Kollege, der immer sowohl seine theoretischen als auch praktischen Kenntnisse zu vervollkommnen suchte. Ich konnte mich jederzeit zu 100% auf ihn verlassen, seine Hilfsbereitschaft wurde auch im Team sehr geschätzt, die jüngeren Kollegen konnten viel von ihm lernen. Stets trat er seinen Patienten mit Achtung entgegen und behandelte sie nach den Regeln der Kunst, wobei immer auch Wärme und Menschlichkeit bei ihm zu spüren war.

Ich wünsche ihm für seine neue medizinische Aufgabe alles Gute, viel Erfolg und für seine künftigen Patienten viel Geduld und immer die richtigen Entscheidungen!