Mit dem Rad durch ein Stück Mostviertel

Zusammen mit meinem Freund Rudolf. W. konnte ich am 22. Juni mit dem Rad ein Stück Mostviertel kennenlernen. Erschwerend kam zu dem bergauf und bergab der Route noch das heisse Sommerwetter und die Mostheurigen, die aber alle geschlossen hatten (macht dem Namen Mostviertel keine Ehre).

Den Pkw parkten wir am Kirchenplatz in Öhling. Mit den Rädern gings gleich entlang des Weges 123 bergauf über Hörsdorf auf den Flachsberg, dann über die B1 und unter der A1 steil hinab nach Oberzeilern. Von dort sofort wieder zügig bergan nach Hub und weiter nach Großschopf und kurz darauf waren wir in Oed angekommen. Der weitere Radweg (12a) verläuft dann auf der Bundesstrasse (B1) hinunter in den Saugraben, quert die Strasse und wieder geht es bergan und über die Autobahn und südl. der A1 in westl. Richtung hinunter nach Aukental. Kaum in Aukental angekommen begann der nächste Anstieg nach Grillenberg.

Hl. Geist Kapelle

Blick auf Wolfsbach

Wirklich sehenswert und gut gelungen ist die dort im Jahre 2003 nach Plänen von DI HR Friedrich Fischer erbaute Dorfkapelle zum Hl. Geist.  Im zeitgemäßen Stil wurde sie von der Gemeinde Wolfsbach und dem örtl. Kulturverein erbaut und dem Hl. Geist geweiht. Sehenswert die an der Decke befestigte Glasscheibe mit dem Symbol der Taube und den 7 Gaben des Hl. Geistes. Im Übrigen hat man hier auch einen wunderbaren Ausblick auf Wolfsbach, das Urltal, Seitenstetten, das dahinter ansteigende Alpenvorland und die dahinter aufragenden Alpen.

Die Radwege 113 und 131 führten uns vorbei an Wolfsbach nach St. Peter in der Au. Vorbei am 2007 im Rahmen der nö. Landesausstellung generalsaniertem Renaissanceschloss, das früher Herrschaftssitz war und heute als kommunales und kulturelles Zentrum des Ortes dient,  erreichten wir die Pfarrkirche, die wir kurz besuchten.

Pfarrkirche St. Peter
Hochaltar
Inneres der Pfarrkirche

Das schmucke Gotteshaus ist im spätgotischen Stil als dreischiffige Hallenkirche errichtet mit barocken Anbauten. Der Hochaltar stammt aus 1912. Die wenigen Kilometer nach Seitenstetten waren rasch hinter uns und schon etwas mitgenommen von den etlichen “Berg-u. Talfahrten”  und auch der Mittagshitze kehrten wir beim ersten Gasthaus (Mostviertlerwirt) ein und hielten erst Mittagrast bei einem kühlen Bier und bodenständiger Kost.

Wieder rehydriert und “glykosiliert” besuchten wir das Stift und die  Stiftskirche Seitenstetten. Das Benediktinerstift wurde 1112 gegründet (ist also 2012 900 Jahre alt),1116 wurde die Stiftskirche geweiht und dem Stift die zwei Großpfarren Wolfsbach und Aschbach geschenkt, aus denen alle 14 Pfarreien hervorgingen, die das Stift heute noch betreut. Stift und Kirche hatten eine sehr wechselvolle Geschichte. Bei einem Brand 1250 wird der romanische Stiftsbau mitsamt der Kirche zerstört. Der Neubau der Kirche dauert bis etwa 1300, deswegen ist sie auch schon im frühgotischen Stil errichtet. Bei einem neuerlichen Brand 1348 blieb nur die Kirche erhalten. 1677 wird das gotische Kircheninnere barockisiert. Das Hochaltarbild stammt aus 1700 und stellt die Himmelfahrt Mariens dar, gemalt von Reselfeldts. Das heutige barocke Stiftsgebäude wurde in der 1. Hälfte des 18.Jhts. errichtet. Die Mittel dazu kamen von den Kupferbergwerken in Radmer (Stmk.) und aus dem Messinghüttenwerk in Reichraming. Unter den letzten beiden Äbten wurden in den vergangenen 50 Jahren umfangreiche Renovierungsarbeiten am Sonntagberg, den übrigen Stiftspfarreien und an der Stiftskirche durchgeführt. Zwischen 1985 und 91 wurde unter dem gegenwärtigen Abt Berthold Heigl das gesamte Klostergebäude außen vom Keller bis zum Dach restauriert und anschließend der Meierhof.

Stiftskirche
Stiftskirche innen
Hochaltar

Nach dem Besuch der Stiftskirche und des Innenhofes radelten wir wieder zum Radweg 113 und diesem entlang bis Krenstetten. Die dortige Wallfahrtskirche ist in der Art einer gotischen dreischiffigen Hallenkirche erbaut, wobei auf Grund der vielen Wallfahrer um 15 00 ein spätgotischer Zubau angefügt wurde. Das dekorative Netzrippengewölbe mit den hochragenden Pfeilern ergibt eine interessante Raumwirkung. Auffällig im Inneren eine gotische Pieta aus 1520 und ein Schmerzensmann. Die Kanzel aus der Spätrenaissance (1636) wird von einem Engel getragen und stammt aus Seitenstetten. Diese Kirche ist wirklich einen Besuch wert.

Krenstetten Pfarrkirche
Pfarrkirche innen

Kanzel mit tragendem Engel

Entlang dem Radweg 13 radelten wir entlang der Westbahn, vorbei an Aschbach und durch die Ortschaft Mauer zurück nach Öhling, wobei der Gegenwind für uns ein starker “Trainingspartner” war. Die mit dem Rad gestrampelten etwas über 50 km, das heisse Wetter und der zeitweilige Gegenwind hatten schon an unseren Kräften einiges abverlangt, sodass unsere Enttäuschung ziemlich groß war, als wir in Öhling keine Gaststätte finden konnten.

Trotz alledem war es eine schöne Tour durch eine schöne, gepflegte und abwechslungsreiche Landschaft und “viel Kultur” am Wege.

Quellen: www.most-wiki.at, www.schloss-stpeter.at, www.wikipedia de. www.seitenstetten.gv.at, www.stift-seitenstetten.at, www.most-strasse.at, www.st-stephan.amstetten.at

Eine Antwort auf „Mit dem Rad durch ein Stück Mostviertel“

  1. Für deinen ausführlichen Bericht über die schöne, aber anstrengende Radtour möchte ich Dir herzlich danken.
    Du bemühst dich immer sehr, Kulturelles und Sehenswürdigkeiten zu dokumententieren und in Bildern festzuhalten, so dass man sich auch später immer wieder an die gemeinsamen, schönen Erlebnisse erinnern kann.

    Liebe Grüße dein Freund Rudolf W.

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