Kaffeekonsum, Blutdruck und Hypertonie

12/11/2012, Elsevier

Wissenschaftler aus der Mayo Clinic in Rochester (USA) gingen der auch von Patienten oft gestellten Frage nach, wie sich Kaffeetrinken auf den Blutdruck auswirkt. Dass eine oder zwei Tassen Kaffee den Blutdruck akut erhöhen, ist bekannt. In dieser Metaanalyse der randomisierten, kontrollierten Studien und Kohortenstudien mit mindestens einwöchiger Dauer ging es indessen um die Auswirkungen des chronischen Kaffeekonsums auf den langfristigen Blutdruckverlauf und die Entwicklung einer Hypertonie.

Die wichtigsten medizinischen Datenbanken enthielten 20 Studien, in denen Kaffeekonsum mit geringerem Kaffeekonsum oder Kaffeekarenz verglichen wurde. Die Metaanalyse der 15 randomisierten, kontrollierten Studien ergab einen mittleren Gruppenunterschied des systolischen Blutdrucks von -0,6 mm Hg (95%-Konfidenzintervall [KI] -2,5 – 1,4) und des diastolischen Blutdrucks von -0,4 mm Hg (95%-KI -1,5 – 0,6). Die Metaanalyse der Kohortenstudie ermittelte ein Risikoverhältnis von 1,03 (95%-KI 0,98-1,1) für die Entwicklung einer Hypertonie.

Fazit: Die vorliegende Evidenz von eher begrenzter Qualität lässt keinen signifikanten Effekt von chronischem Kaffeekonsums auf den Blutdruck oder die Entstehung einer Hypertonie erkennen.

Steffen M, Kuhle C, Hensrud D et al. The effect of coffee consumption on blood pressure and the development of hypertension: a systematic review and meta-analysis. J Hypertens 2012 Oct 1 [Epub ahead of print]

Obiges Ergebnis wird die Kaffeetrinker natürlich freuen und noch mehr die Kaffeeproduzenten. Ob er dadurch billiger wird, kann stark bezweifelt werden.

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