Hormonelle Kontrazeptiva sind bei Übergewicht nicht immer zuverlässig

28/07/10,08:35, Elsevier

Übergewicht ist weltweit ein zunehmendes Problem. Das erhöhte Verteilungsvolumen und der dadurch veränderte Stoffwechsel kann zu einer verringerten Wirksamkeit von hormonellen Kontrazeptiva führen. Die Folge sind ungewollte Schwangerschaften. Dies ist das Ergebnis einer Cochrane -Review.

Der Analyse liegen sieben Berichte zugrunde, die Daten aus elf Studien mit über 39.500 Frauen enthielten. Eine von drei Studien mit Angaben zum Body Mass Index (BMI) ergab ein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko für Frauen mit Übergewicht und Fettleibigkeit (BMI über 25) im Vergleich zu normalgewichtigen Frauen. In dieser Studie hatten die Frauen entweder Hormonpflaster oder orale Kontrazeptiva erhalten. Bei Hormonpflastern und einem Vaginalring zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht und ungewollten Schwangerschaften, nicht jedoch mit dem BMI. Zwei Studien mit hormonellen Implantaten ergaben keinen sicheren Hinweis auf eine verringerte kontrazeptive Wirksamkeit bei erhöhtem Körpergewicht oder BMI. Wurden die Hormone injiziert, kam es zu keinen Schwangerschaften.

Bei Übergewicht und einem erhöhten BMI schützen hormonelle Kontrazeptiva nicht immer zuverlässig, wobei die Wirksamkeit von Implantaten und Injektionen möglicherweise von der Körpermasse unbeeinflusst ist, so das Fazit der Autoren. Doch ist die Datenlage unter Zugrundelegung des BMI nicht ausreichend.

(Quelle: LM Lopez et al.: Hormonal contraceptives for contraception in overweight or obese women. Cochrane Database of Systematic Reviews 2010, Issue 7. Art. No.: CD008452; doi: 10.1002/14651858.CD008452.pub2)

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