Eine Radeltour und eine bemerkenswerte Donaubrücke

Am 11. Mai radelten 12 Mitglieder unserer Seniorengruppe von Abwinden nach Urfahr. Bei herrlichem Frühsommerwetter und leichtem Ostwind kamen wir gut voran auf dem Donauradweg. Unser Ziel und Umkehrpunkt (Einkehrstation) war das GH. Lindbauer an der Linke Brückenstrasse, wo wir auch im schattigen Gastgarten zum Mittagessen einkehrten. Das renomierte GH. liegt unmittelbar am nördlichen Brückenende der allen Linzern und vielen Oberösterreichern bekannten Eisenbahnbrücke.

Sie ist die mittlere der derzeitigen drei Donaubrücken in Linz und war von Anfang an für eine gemeinsame Nutzung von Eisenbahn und Individualverkehr geplant. Prinzipiell dient sie der Eisenbahn, vor allem der Versorgung der Mühlkreisbahn. Dazu wird sie aber nur wenige Male in der Woche benötigt. Wöchentlich müssen die Triebfahrzeuge für Wartungsarbeiten in die ÖBB-Werkstätten überstellt werden, wozu die Brücke unbedingt gebraucht wird. Mit Tiefladern auf der Strasse wären nur einzelne Waggons zu überstellen, die Triebfahrzeuge müssten zerlegt werden, um auf der Strasse transportiert zu werden. Wenn die Brücke nicht gerade für eine Zugüberfahrt gesperrt ist, überqueren sie täglich zwischen 15 000 und 20 000 Fahrzeuge . Für Fußgänger und Radfahrer befinden sich separate Wege an den Außenseiten der Brücke.

Sie ist die älteste der Linzer Donaubrücken. Nach 4-jähriger Bauzeit wurde sie am 14. November 1900 eröffnet. Die Baukosten betrugen 1,2 Mill. Kronen. Geplant und erbaut wurde sie vom k.k. Hofschlosser Anton Biró, einem der späteren Partner von Waagner-Biro. Sie ist 375 m lang. Zwei im Flussbett stehende gemauerte Pfeiler tagen die drei bogenförmigen Fachwerkteile. Eine der Besonderheiten ist die Bauweise als genietete Eisenkonstruktion, wie sie in Österreich kaum noch erhalten sind. Den 2. Weltkrieg hat die Brücke unbeschadet überstanden. Als Folge der langjährigen Salzstreuung ist die Stahlkonstruktion schon massiv geschädigt und durch Windböen Einsturz gefährdet. Durch die genietete Bauweise fallen für die Sanierung hohe Kosten an, sodass ein Abriss und Neubau  wirtschaftlich gesehen am Sinnvollsten wäre. Da die Brücke  ein wichtiges Denkmal der Verkehrsgeschichte von Linz ist,  steht sie auch unter Denkmalschutz. Laut Experten ist sie nur mehr bis 2012 benutzbar, also ist ist es Zeit, sich ein wenig mit diesem Bauwerk zu beschäftigen.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass wir bei unserer etwa 15 km langen Tour von Asten-Abwinden nach Linz von den insgesamt 13 Donaubrücken Oberösterreichs an sechs davon vorbeifuhren bzw. sie sahen: Kraftwerksbrücke Asten-Abwinden (1979), Bahnbrücke Steyregg (1873), Steyregg-Donaubrücke-Straße (1979), VOEST-Brücke (1972), Eisenbahnbrücke (1900), Nibelungenbrücke (1941).

Donauradweg-Blick auf Linz

Steyregger-Brücken

VOEST-Brücke

Eisenbahnbrücke

"genietet, nicht verschraubt"

Quellen: www.linz.at, www.linzwiki.at, www.wikipedia.de

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