Ein Fußballspiel begeistert 3 Generationen

 

  Am 26.08. fuhr ich mit meinem 10-jährigen Enkel Jan mit dem Zug nachmittags nach Wien zum Play-off Europa Leaque Spiel Austria Wien gegen Aris Saloniki. Die Eintrittskarten hatte uns unser künftiger Schwiegersohn Mario, selber ein seit Kindheit begeisterter Austriafan,  besorgt.

  Es war am Nachmittag eines  heißen Sommertags, als wir am Westbahnhof ankamen. Nachdem wir diesen, der momentan eine Baustelle ist, über einen Hintereingang verlassen hatten und nach Benützung mehrerer U-Bahnen und Straßenbahnen unser Ziel, das Franz Horr-Stadium erreicht hatten, kam  mit den vielen aus allen Seiten heranströmmenden Fans die Fußballbegeisterung erst so richtig auf.

  Den Opa interessiert auch ein wenig die Geschichte: Franz Horr (1913-1974), war gelernter Tischler, sozialdemokratischer Politiker, Funktionär des Gewerkschaftsbundes und Präsident der Arbeiterkammer für NÖ. Von 1953 bis zu seinem Tod war er auch Abgeordneter im Nationalrat. Von 1972-74 war er auch Präsident des Wiener Fußballverbandes. 1974 wurde das neue Stadion am Favoritner Laaerberg nach seinem Namen benannt, es ist die “neue Heimat” der Wr. Austria.

   Das Stadion selbst wurde bereits 1925 eröffnet, hat eine wechselvolle Geschichte mit Umbauten und Vereinen, die es nützten. Heute hat es 13 400 Plätze, die meisten Heimspiele der Austria finden hier statt, Bei Spielen mit sehr großen Besucherzahlen wird im Ernst-Happel Stadion gespielt. Hinter der Nordtribüne gibt es noch 3 Trainingsplätze.

  Der Fußballklub Austria Wien wurde 1911 gegründet, seine Vereinsfarben sind violett-weiß. er hat eine gewaltige Leistungsbilanz aufzuweisen: 23x österr. Meister (zuletzt 2006), 27x österr. Cupsieger (zuletzt 2009), 1x Europacupfinalist 1978, 1x Intertotocupsieger 1994.

  Natürlich wanderten wir erst durch den Fanshop und deckten uns entsprechend ein (Schal, T-shirts, Fähnchen.. natürlich alles in violett). Bei der Eingangskontrolle mußte Jan seine 2 im Rucksack verstauten Limonadenflaschen und seine Butterkeksdose abgeben. dafür bekamen wir am Stand Cola und alkoholfreies Bier im Plastikbecher. Es herrscht striktes Alkoholverbot, was ja nur zu begrüßen ist. Wir nahmen unsere Plätze auf der Westtribüne ein, es gab dort keine Sitzplatzreservierung, sodass wir uns auf Plätze mit guter Sicht aussuchen konnten. Die Stimmung war schon sehr gut (laut), unten am Rasen wärmten die Spieler schon auf. Der Platzsprecher gab unter großem Beifall der Fans die Namen der einzelnen Spieler bekannt. Punkt 18 00 Uhr liefen die beiden Mannschaften aufs Feld und die       12 000 Zuschauer schrien und pfiffen begeistert, auch Jan brachte schon die schrillen Töne durch Unterlegen von 2 Fingern unter die Zunge heraus. Es war einfach Fußballbegeisterung!!

   So fing der moderne Fußball an: 1846 verfassen Studenten der Universität Cambridge die ersten Fußballregeln. 1855 der 1. Fußballverein der Welt wird in England  gegründet, es gibt ihn heute noch: Sheffield F.C.. 1866 folgt die Einführung des Eckballs und 1870 des Freistoßes. 1874 werden die Schienbeinschützer als Patent gemeldet und zwingend vorgeschrieben, sogen. “Unparteiische” sind beim Spiel anwesend. 1891 Einführung des Strafstoßes (Elfmeter), ab nun leiten 1 Schiedsrichter und 2 Linienrichter das Spiel. 1904 in Paris wird die FIFA (Federation International Football Association =Weltfußballverband ) gegründet. 1954 Gründung der UEFA (Union European Football Association =Europ. Fußballverband). 1974 Einführung der Gelb-Roten Karten.

  Warum ist Fußball so populär und lockt Woche für Woche Tausende ins Stadion? Auf Wikipedia findet man eine Liste von Sportarten ca. 250 von Aerobic bis Zwergenwerfen, aber keine ist so beliebt wie Fußball.

  Mögliche Gründe: Man(n) kann seine Gefühle offen zeigen (jubeln, singen, schreien, schimpfen, pfeifen, einander umarmen, sich bemalen, bunte Hemden, Schals…tragen). Es gibt für alle  leicht verständliche Regeln (die schwierigste ist noch die Abseitsregel). Die geschossenen Tore werden einfach addiert und, wer die meisten erzielt, ist der Sieger. Es gibt einen Schiedsrichter, was der sagt,  gilt immer, auch wenn es die Spieler oder das halbe Stadion anders gesehen haben. Seine Entscheidung kann auch nich beim “Verfassungsgericht” angefochten werden. ImStadion ist es erlaubt, Nationalstolz zu zeigen, Fahnen zu schwingen, ja über andere zu schimpfen, ohne gleich rechtsradikaler Gesinnung verdächtigt zu werden. Am Fußballrasen ist es “erlaubt”,  aggressives Verhalten zu zeigen: schießen, angreifen, Bein stellen usw.  und die Strafen sind vergleichsweise gering (Freistoß, gelbe, rote Karten). Im richtigen Leben sind die Strafen für solches Verhalten wesentlich andere.

  Speziell für Jugendliche können die Fußballspieler als Identifikationsfiguren dienen; äußerlich durch Nachahmung der Figur (muskulös, schlank), Haartracht, Tatoos, Bekleidung. Sie sind aber auch Leitfiguren für Zielstrebigkeit, Erfolg, Anerkennung unter Freunden, Vermeiden von Drogenkonsum. Die Verehrung des Idols steigert mangelndes Selbstwertgefühl.

  Solche und ähnliche Gedanken gingen dem Opa während des Spiels auch durch den Kopf. Das Spiel war spannend mit Chancen auf beiden Seiten. Es fiel jeweils ein Tor auf beiden Seiten, für die Wr. Austria schoß Roland Linz das Tor. Leider war das 1:1 für den Aufstieg zuwenig, wir waren trotzdem nicht allzu traurig, hatten wir doch ein flottes Spiel in guter Stimmung gesehen.

Quellen: Wikipedia, www.hausarbeiten.de

Eine Antwort auf „Ein Fußballspiel begeistert 3 Generationen“

  1. Danke für den tollen Bericht, den ich leider erst jetzt lese konnte.
    Leider ging die Partie nicht so aus, wie wir uns das vorgestellt haben, obwohl man sagen muss, dass die Austria klar besser gespielt hat!
    lg aus Turku

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