Die Maria-Hilf Kapelle in Bad Kreuzen

Jeder Bewohner von BK  kennt den Mariahilf-Berg (513 m) mit seiner Kapelle einige Gehminuten außerhalb des Ortes. Hier hat man einen wunderbaren Rundumblick; nach Süden auf das Ortszentrum mit seiner Pfarrkirche, das Donautal, dahinter das Voralpenland und am Horizont die Alpenkette vom Ötscher bis zum Traunstein. Auf der anderen Seite öffnet sich der Blick ins Mühlviertel mit seinen Höhenrücken von Münzbach über Windhaag, St. Thomas, Klingenberg, Hochbuchberg weiter zu den Erhebungen Richtung St Georgen und Waldhausen. Obwohl viele die Kapelle besuchen bzw. an ihr vorüberwandern, wissen die wenigsten etwas über ihre Entstehung. Klare historische Fakten dazu gibt es nicht, so bleibt das meiste, wie häufig bei solchen Kapellen oder Marterln legendenhaft. Trotzdem ist auch die Entstehungslegende es wert, nicht in Vergessenheit zu geraten. Unser Heimatforscher Kons. J. Schopf hat Wissenswertes über dieses Kulturkleinod gesammelt und er schreibt über die  Entstehungsgeschichte der Maria-Hilf Kapelle folgendes:

In grauer Vorzeit, als die Bergkuppe des Mariahilfberges noch bewaldet war, wurde ein Bauernbub beim Beerenpflücken von einer Kreuzotter gebissen. Der Knabe lag schwerkrank danieder. Die Eltern nahmen in ihrer Sorge um ihr Kind im Gebet Zuflucht bei der Gottesmutter. Der Bub wurde wieder gesund. Aus Dankbarkeit brachten die Eltern ihr Marienbild aus der Wohnstube bei der Unglückstelle an einer Eiche an. Die wunderbare Heilung sprach sich bald herum und viele Leute eilten zum Marienbild im Wald, um Heilung zu erbitten. Jahrzehnte vergingen und die wunderbare Mär geriet in Vergessenheit. Das Marienbild war aber unter der stattlichen Baumkrone geschützt und noch gut erhalten. Eines Tages ging der Waldbesitzer durch seinen Schlag, um für den Winter Brennholz zu schlägern. Ihm bedeutete der Bildbaum wenig und so wollte er auch diesen Baum fällen. Als er mit seiner scharfen Axt einschlug, prallte diese am Stamm ab und fügte dem Bauern eine tiefe Wunde am Bein zu. Er wäre allein und ohne Hilfe im Wald rettungslos verloren gewesen. Jetzt sah der Bauer das Zeichen des Himmels und machte das Gelübde, im Falle seiner Rettung eine Kapelle zu bauen. Sein Flehen wurde erhört. Ein Jäger fand den schon kraftlosen Schwerverletzten und brachte ihn eilends zum Wundarzt. Nach seiner Genesung erfüllte der Bauer sein Versprechen und errichtete auf der Waldlichtung eine Kapelle. Die Rodung schritt voran und bald konnte man die Marienkapelle von weitem sehen. Der Hügel oberhalb des Marktes erhielt so den schönen Namen „Mariahilfberg“.

In der Kapelle befindet sich heute eine Nachbildung des von Lukas Cranach d. Älteren um 1537 für den Innsbrucker Dom geschaffenen Gnadenbildes „Mariahilf“. Das Bild wurde im Jahre 1910 vom Lehrer Wenzel Zwettler kopiert. Die um die Kapelle weithin sichtbaren vier Lindenbäume wurden 1902 vom Dir. Theodor Mair gepflanzt. 1969 gestaltete Dir. Erwin Kranzler die beiden, bunten Fenster in Bleiverglasung aus den Glasresten der von Margret Bilger geschaffenen Kirchenfenster der Pfarrkirche. Das linke Fenster zeigt einen Schutzengel, das rechte erinnert an die erste Mondlandung 1969. Die Pfarre restaurierte die Kapelle 1975 um rund     9 600 Schillinge (Pf.. Chr.. Bd. III 1976), wobei auch ein schützender Dachvorsprung und eine gefällige Außengestaltung ausgeführt wurden. Das schöne Schmiedeeisengitter vor dem Altar ist eine Stiftung des Schmiedemeisters Johann Geierhofer.

Ausschnitt des Gnadenbildes
re. Fenster
Ausblick nach Süden

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