Kaffeekonsum, Blutdruck und Hypertonie

12/11/2012, Elsevier

Wissenschaftler aus der Mayo Clinic in Rochester (USA) gingen der auch von Patienten oft gestellten Frage nach, wie sich Kaffeetrinken auf den Blutdruck auswirkt. Dass eine oder zwei Tassen Kaffee den Blutdruck akut erhöhen, ist bekannt. In dieser Metaanalyse der randomisierten, kontrollierten Studien und Kohortenstudien mit mindestens einwöchiger Dauer ging es indessen um die Auswirkungen des chronischen Kaffeekonsums auf den langfristigen Blutdruckverlauf und die Entwicklung einer Hypertonie.

Die wichtigsten medizinischen Datenbanken enthielten 20 Studien, in denen Kaffeekonsum mit geringerem Kaffeekonsum oder Kaffeekarenz verglichen wurde. Die Metaanalyse der 15 randomisierten, kontrollierten Studien ergab einen mittleren Gruppenunterschied des systolischen Blutdrucks von -0,6 mm Hg (95%-Konfidenzintervall [KI] -2,5 – 1,4) und des diastolischen Blutdrucks von -0,4 mm Hg (95%-KI -1,5 – 0,6). Die Metaanalyse der Kohortenstudie ermittelte ein Risikoverhältnis von 1,03 (95%-KI 0,98-1,1) für die Entwicklung einer Hypertonie.

Fazit: Die vorliegende Evidenz von eher begrenzter Qualität lässt keinen signifikanten Effekt von chronischem Kaffeekonsums auf den Blutdruck oder die Entstehung einer Hypertonie erkennen.

Steffen M, Kuhle C, Hensrud D et al. The effect of coffee consumption on blood pressure and the development of hypertension: a systematic review and meta-analysis. J Hypertens 2012 Oct 1 [Epub ahead of print]

Obiges Ergebnis wird die Kaffeetrinker natürlich freuen und noch mehr die Kaffeeproduzenten. Ob er dadurch billiger wird, kann stark bezweifelt werden.

Verhindert die Impfung gegen Rota-Viren Krankenhauseinweisungen?

03/09/2012, Elsevier

Rota-Viren (RV) sind weltweit der häufigste Grund für schwere Gastroenteritiden bei Säuglingen und Kleinkindern. Fast jedes Kind hat bis zu seinem 5. Lebensjahr eine symptomatische Infektion durchgemacht, meist im Alter zwischen 4 und 23 Monaten. Auch wenn die Erkrankung in hoch zivilisierten Ländern kaum tödlich verläuft, stellt sie doch in Europa eine große Belastung der Gesundheitssysteme dar. Sie ist für etwa zwei Drittel der Krankenhauseinweisungen und ein Drittel der ambulanten Vorstellungen wegen akuter Gastroenteritis (GE) verantwortlich. Um die Krankheitslast durch RV zu reduzieren, empfiehlt die WHO die Einführung der Impfung in alle nationalen Impfprogramme.

Belgien hat 2006 als erstes europäisches Land diese Empfehlung umgesetzt. Um die Wirksamkeit der Impfung unter Alltagsbedingungen zu überprüfen, wurde zwischen 2008 und 2010 eine landesweite, multizentrische, prospektive Fall-Kontroll-Sudie durchgeführt. 39 Krankenhäuser nahmen daran teil. Es sollte der Zusammenhang zwischen einer zweimaligen Impfung gegen RV und einer stationären Einweisung wegen einer RV-Gastroenteritis (RV-GE) festgestellt werden. Nahezu 5.000 Kinder in einem Alter von bis zu 6 Jahren wurden auf RV gescreent, die wegen einer akuten GE eingewiesen worden waren. Letztlich konnten 215 Kinder und 276 Kontrollen, die das Studienprotokoll erfüllten, in die Studie aufgenommen werden.

99 Kinder (48%) mit RV-GE und 244 Kontrollen (91%) hatten mindestens eine Dosis eines RV-Impfstoffes erhalten (p < 0.001). Die Wirksamkeit von zwei monovalenten RV-Impfungen zur Vermeidung einer stationären Einweisung betrug 90% (95%-Konfidenzintervall [KI] 81-95%). Bei 25% der Kinder wurde eine Koinfektion mit Adeno-, Astro- und/oder Noroviren festgestellt. In diesen Fällen betrug die Wirksamkeit 86% (95%-KI 52-96%).

Fazit: Erstmals konnte in Europa gezeigt werden, dass die Impfung gegen RV unter Alltagsbedingungen bei Kindern bis zu 6 Jahren Krankenhauseinweisungen wegen RV-GE effektiv, nämlich bis zu 90% verhindert.

Also wieder ein Beweis für die Wirksamkeit der Impfung…Folge kann nur sein: Eltern, verweigert den Kindern die Impfung nicht! Meint euer docbruni

Ätiologie der Cellulite

Cellulite kann schon jüngere Frauen betreffen. Mit fortschreitendem Alter kommt sie bei mehr als 80% der Frauen in unterschiedlicher Ausprägung vor. Eher akademisch ist die Diskussion, ob es sich bei Cellulite um eine Erkrankung handelt, auf jeden Fall handelt es sich um ein weit verbreitetes kosmetisches Problem.

Die Abteilung für Physiotherapie der Universidad de Sevilla (Spanien) untersuchte in einem Review die Ätiologie bzw. (Patho-)Physiologie der Cellulite. 26 Artikel aus dem Zeitraum von 1978 bis April 2011 enthielten relevante Informationen dazu.

Demnach ist Cellulite auf physiologische Gegebenheiten zurückzuführen, die nur bei Frauen vorzufinden sind. Bei ihnen folgen nämlich die bindegewebigen Septen, die das Unterhautfettgewebe “steppdeckenähnlich” unterteilen, dem hormonellen Zyklus. Sie sind zyklisch unterschiedlich voluminös bzw. mehr oder weniger gestrafft, wodurch sich an der Hautoberfläche das Cellulite-typische Muster der “Orangenhaut” abzeichnen kann.

Zahlreiche Faktoren können eine Cellulite auslösen, aufrechterhalten und verschlimmern. Als besonders wichtig gelten die genetische Veranlagung, der Bindegewebsaufbau, die Östrogenwirkung, weitere hormonelle Einflüsse und mikrovaskuläre Veränderungen.

Derzeit wird eine Vielzahl von Therapieverfahren bzw. kosmetischen Interventionen ohne ausreichende Evidenz angewendet. Die Kenntnis der ätiologischen Faktoren ist die Voraussetzung für die zukünftige Entwicklung effektiver Behandlungs- und Vorbeugestrategien.

Quelle:  23/07/2012, Elsevier

lt. dem Artikel scheinen viele heutige angebotene Therapien wirkungslos (Ultraschallbehandlung, Fettabsaugung, Anti-Cellulite Medikamente).

Solarium verdoppelt Hautkrebsrisiko


Kritik an Sonnenstudios

Die Bräunung im Solarium ist offenbar doch schädlicher als bisher angenommen. Gerade bei jungen Frauen steigen die Fälle von schwarzem Hautkrebs an, wie auch eine Zusammenfassung der weltweit größten Studien zu diesem Thema zeigt, die beim Hautkrebs-Expertenforum in Berlin vorgestellt wurde.

Bei Menschen, die bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig Solarien nutzen, verdopple sich das Risiko für das besonders gefährliche maligne Melanom, warnte der Dermatologe und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP), Eckhard Breitbart. Dieses Risiko wachse jedes Jahr um weitere drei Prozent – „und das ist auch nicht wieder umkehrbar“, betonte Breitbart.

Vor allem Frauen betroffen

Laut einer der Studien erhöhe sich die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, bereits bei einem Solariumsbesuch pro Woche nach zwei bis drei Jahrzehnten auf das 2,4-Fache. Von dem malignen Melanom, schwarzem Hautkrebs, sind vor allem junge Frauen betroffen – sie sind auch die größte Zielgruppe der Solarien: „Frauen zwischen 18 und 25 Jahren sind eine typische Vielnutzergruppe. Sie gehen doppelt so häufig auf die Sonnenbank wie Männer“, erklärte der Experte Sven Schneider vom Mannheimer Institut für Public Health.

Weltweit erkranken jährlich rund 200.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs. Während in Australien bereits einer von 20 Menschen während seines Lebens an Hautkrebs erkrankt, ist es in Österreich zumindest einer von hundert. Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer weit höher ist.

Tausende Minderjährige trotz Verbots

Problematisch sei auch, so die Dermatologen am Berliner Kongress, dass trotz Verbots nach wie vor Tausende Minderjährige sich in den Solarien bräunen würden. 167.000 deutsche Solariengänger sollen demnach minderjährig sein.

Hautkrebs

Schwarzer Hautkrebs ist gefährlicher als weißer, weil sich die Krebszellen schnell über das Lymphgefäßsystem oder die Blutbahn ausbreiten können. Beim weißen Hautkrebs reicht es meist, die betroffene Stelle zu entfernen.

Wer in der Jugend oft einen Sonnenbrand hat und regelmäßig ins Solarium geht, setzt sich einem deutlich höheren Krebsrisiko aus. Auch in Österreich ist daher seit 1. September 2010 der Besuch von Solarien erst ab 18 erlaubt. Bei Verstößen drohen den Betreibern Strafen von bis zu 2.180 Euro. Allerdings wird auch in Österreich das Verbot immer wieder missachtet, wie etwa ein Test des Verbrauchermagazins „Konsument“ im vergangenen Jahr zeigte. Demnach hätten sich in sechs von 15 überprüften Wiener Sonnenstudios minderjährige Testpersonen anstandslos bräunen lassen dürfen.

Bestrahlungswerte zu hoch

Kritik wurde von den Experten auch an der Bestrahlung in den Sonnenstudios geübt, in vielen Solarien seien die Werte deutlich höher als empfohlen. Schon die erlaubte Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt pro Quadratmeter liege über den Empfehlungswerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die verwendete Bestrahlungsstärke „entspricht dem UV-Index 12, also der Sonneneinstrahlung um zwölf Uhr mittags am Äquator. Schon ab UV-Index 8 empfiehlt die WHO aber, sich im Schatten aufzuhalten“, betonte Rüdiger Greinert, Generalsekretär der Medizinergesellschaft Euro-Skin. Zudem weisen die Dermatologen jegliche positive Effekte von Solarien zurück: „Solariumsbesuche haben keinerlei positive Gesundheitseffekte: weder beim Vorbräunen der Haut noch bei der Vitamin-D-Produktion oder zum Stärken des Immunsystems.“

http://www.orf.at/stories/2117003/2117005/

Täglich rotes Fleisch senkt die Lebenserwartung!


Wer auf den täglichen Genuss von Salami, Schinken oder einem saftigen Steak nicht verzichten kann, verkürzt offenbar seine Lebenserwartung. Durch den regelmäßigen Verzehr von Rindfleisch, Schwein oder Lamm erhöht sich laut einer jetzt veröffentlichten Studie die Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und diverse Krebsleiden.

ERNÄHRUNG13.03.2012

Um bis zu zwölf Prozent erhöhe sich das Sterberisiko durch den täglichen Verzehr von rotem Fleisch, schrieben die Autoren. Für industriell verarbeitetes Fleisch wie beispielsweise Aufschnitt und Würstel liegt das Risiko demnach sogar bei 20 Prozent.

Die Studie:

“Red Meat Consumption and Mortality” ist im Fachmagazin “Archives of International Medicine” erschienenen (doi:10.1001/archinternmed.2011.2287).

Nüsse zum Ausgleich

Zugleich verwiesen die Forscher darauf, dass schon kleine Veränderungen der Essgewohnheiten die Risiken wieder senken könnten. Wer statt einer Portion roten Fleisches Fisch, Geflügel, Nüsse, Hülsenfrüchte, Milchprodukte oder Getreideprodukte esse, reduziere die Gefahr deutlich: Der regelmäßige Verzehr von Nüssen als Ersatz für eine Portion roten Fleisches mindere das Sterberisiko um 19 Prozent. Bei Vollkorn oder Geflügel seien es 14 Prozent und bei Fisch immerhin sieben Prozent.

Für die aktuelle Studie wurden knapp 38.000 Männer über einen Zeitraum von 22 Jahren beobachtet und mehr als 83.600 Frauen über 28 Jahre. Die Teilnehmer gaben alle vier Jahre Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten.

Eiweißquelle:

Rotes Fleisch ist eine wichtige Eiweißquelle für den menschlichen Körper. In früheren Forschungsarbeiten wurde aber bereits darauf hingewiesen, dass Erwachsene durch den regelmäßigen Verzehr anfälliger für Diabetes, Infarkte oder Krebserkrankungen werden

Einsparungsmöglichkeiten

Aus Sicht der Forscher um Frank B. Hu von der Harvard School of Public Health in Boston können sich aus den Erkenntnissen immense Einsparungsmöglichkeiten im Gesundheitssystem ergeben. Mehr als 75 Prozent der jährlichen Ausgaben im US-Gesundheitswesen würden auf chronische Erkrankungen zurückgehen, schrieb Dean Ornish von der Universität von Kalifornien in San Francisco in einem Kommentar zu der Studie. Wenn geringerer Konsum von rotem Fleisch das Krankheitsrisiko reduziere, würden daher vermutlich auch die Behandlungskosten sinken, folgerte er.

science.ORF.at/APA/AFP Di. 13.März 2012

Auch Imker sind durch Bienenstiche gefährdet !!

Alle mir bekannten Imker haben mir versichert,dass sie gegen etwaige Bienenstiche mehr oder weniger immun wären und kaum eine lokale Reaktion, geschweige denn Allgemeinsymptome nach einem Stich hätten.

Umso mehr überrascht mich eine wissenschaftliche Untersuchung, die nun erschienen ist und das Gegenteil feststellt. Bei entsprechender Allergie kann schon ein einziger Stich zum allergischen Schock führen und für den Betreffenden tödlich sein. Eine Honigbiene injiziert übrigens nur eine Giftmenge von 0,1 mg!

13/04/11,08:35, Elsevier

Dispositionsfaktoren für systemische Reaktionen auf Bienengift bei britischen Bienenzüchtern

Die Umfrage des Department of Allergy and Immunology des Birmingham Heartlands Hospital (Großbritannien) unter Bienenzüchtern bestätigte das hohe Risiko dieser Gruppe für systemische Reaktionen auf Bienengift und arbeitete auch bisher wenig bekannte Dispositionsfaktoren heraus.

852 Imker und Hobbyimker (63% Männer, Hauptaltersgruppe 51-60 Jahre) beantworteten den Fragebogen. 28% hatten bereits eine ausgedehnte lokale Reaktion und 21% eine systemische Reaktion (im Sinne von Schwindel, Atemnot, Blutdruckabfall) auf Bienenstiche erlebt.

Dispositionsfaktoren für eine systemische Reaktion waren weibliches Geschlecht, ein Familienmitglied mit Bienengiftallergie, Bienenzucht seit mehr als 2 Jahren und die Prämedikation mit einem Antihistaminikum vor der Arbeit am Bienenstock.

44% der Bienenzüchter mit systemischer Reaktion hatten wegen ihrer Beschwerden eine Notfallambulanz aufgesucht, 17% waren von einem Allergologen untersucht worden, aber nur 18% besaßen einen Adrenalin-Autoinjektor.

Fazit: Erstaunlich viele Bienenzüchter sind in Gefahr. Der geringe Anteil der Gefährdeten mit ausreichender Versorgung, vor allem mit einem Adrenalin-Autoinjektor, spricht für verstärkte Aufklärungsbemühungen in der Imkerszene, aber auch bei Ärzten.

(Quelle: Richter AG, Nightingale P, Huissoon AP, Krishna MT. Risk factors for systemic reactions to bee venom in British beekeepers. Ann Allergy Asthma Immunol 2011;106:159-63)

Imker trotzen anscheinend Allergie!

Prof. Müller (aus der Schweiz) weist auch auf die beträchtliche Inzidenz von allergischen Reaktionen auf Bienengift unter Imkern hin: „15 bis 30 % der Imker machen in ihrem Leben allergische Reaktionen auf Bienenstiche durch.“

Allerdings zeigen die Daten, dass dies wesentlich von der Häufigkeit der Stiche abhängt. Besonders gefährdet sind Imker, die weniger als zehn Stiche pro Jahr erleiden, während solche, die mehr als 200-mal pro Jahr gestochen werden, nie allergisch reagieren. Am Zieglerspital rät man allergischen Imkern, die Imkerei aufzugeben. Diesem Ratschlag kommt jedoch nur eine Minderheit der Betroffenen nach.

Als Alternative hat sich auch bei Imkern die Immuntherapie mit Bienengift bewährt, wobei allerdings eine höhere Erhaltungsdosis von 200 μg (entsprechend etwa vier Bienenstichen) empfohlen wird, weil Imker nicht selten von mehr als einer Biene gleichzeitig gestochen werden.

Stiche sind freilich nicht der einzige mögliche Allergenkontakt bei der Imkerei. Prof. Müller: „Imker können durch Einatmen von Bienenallergenen bei der Arbeit im Bienenhaus auch einen allergischen Schnupfen oder gar ein allergisches Asthma entwickeln.“ REB.

Insgesamt schätzen Allergologen die Häufigkeit der Insektengiftallergie auf etwa 1% der Bevölkerung, nach einer anderen Lit.angabe auf bis 3,5%. Insgesamt sterben in Europa jährlich ca. 200 Menschen daran.

Quellen: www.medical-tribune.at 14/2009, www.wikipedia.de

Bettelverbot in OÖ. notwendig? ist es ethisch bedenklich??

“Oberösterreich stellt Weichen für ein Bettelverbot” unter dieser Überschrift machte die OÖVP eine Aussendung vor einigen Tagen. Im Nachsatz wird darauf hingewiesen, dass aggressives und organisiertes Betteln und Betteln mit Kindern verboten wird. In OÖ wird mit ÖVP und FPÖ das Gesetz beschlossen . In der Steiermark steht es ebenfalls vor der Beschließung durch SPÖ und ÖVP. Eine Demo  dagegen fand am 12. 2. in Graz statt.

Ursachen für Betteln gibt es viele: meist ist es  Armut, Arbeitslosigkeit, Alter, Unfälle, Faulheit usw. Bettler gibt es rund um den Erdball, am häufigsten in wirtschaftlich schwachen Ländern. Manchmal kann das Leben als Bettler auch selbst gewählt sein und hat auch eine eigene Würde wie bei den Einsiedlern und Bettelorden. Die Geschichte der Bettelei ist, glaube ich, so alt wie die Menschheit, jedenfalls finden sich Berichte in den Schriften der Griechen und Römer,auch  in den Schriften der Bibel, wo die Bettler zumeist günstiger aussteigen als die Reichen und Almosenverweigerer. Das Beispiel vom armen Lazarus aus dem Kap. 16 des Lukasevangelium ist uns allen aus den ersten Religionsunterrichtsstunden bekannt.

Während des gesamten Mittelalters bis in die Neuzeit und Gegenwart gab es in Europa  immer wieder Bettelverbote, zumeist mit wenig Erfolg. Andererseits gab es auch immer ein ” Recht auf Mildtätigkeit” bei armen,hilflosen oder gebrechlichen Personen, die bekamen dann  eine behördl. ausgestellte Erlaubnis (Bettelbrief) zu betteln. Interessant und vielleicht auch irgendwie nachahmenswert finde ich  die Verordnung der Stadt Zürich von 1520: Nach einer Bedürftigkeitsprüfung bekamen die Bettler eine regelmäßige Armenausspeisung, vorausgesetzt, sie betteln nicht mehr öffentlich, wurden sie dabei erwischt, wurde ihnen die Verköstigung 1Woche ausgesetzt. Hitlerdeutschland erließ  1933 eine Verordnung zur Unterdrückung des Bettelunwesens, was zur Folge hatte, dass Armut und Bedürftigkeit mehr und mehr kriminalisiert wurden.  Wohin führt der Weg heute? Aus religiöser Sicht ist die Unterstützung von Armen und Kranken ein Werk der Barmherzigkeit. Ein generelles  Bettelverbot ist als unsozial abzulehnen. Es ist auch höchst unethisch für einen Menschen an einem betteldem Menschen ( und das ist er noch allemal) ohne Notiz oder gewisse innere Anteilnahme vorüberzugehen. Das bisschen gegebene Wechselgeld macht keinen wirklich ärmer, aber humaner.

Und noch ein Punkt ist mehr als wichtig: wie sollen Kinder und Enkelkinder von uns Erwachsenen  einen korrekten Umgang mit  Mitmenschen jeder Art lernen, wenn sie nur eher feindseliges Verhalten gegenüber einer bestimmten Menschengruppe beobachten können. Kinder beobachten sehr scharf und urteilen spontan, was ich erst kürzlich beim Spaziergang mit der Enkeltochter feststellen konnte.

In den Medien wird gelegentlich, von einer “Bettel-Mafia” aus dem Osten gesprochen, die Kinder und geistig Behinderte auf Betteltour schickt. Dies ist sehr schlimm, genaue statistische Zahlen habe ich leider noch nirgends gelesen, sodass ich glaube, die überwiegende Mehrheit unserer Bettler tut dies doch aus echter Not und Armut, vielleicht wollen das einige nur nicht wahrhaben. Wir haben in unserem Land eine “Armee” von Psychologen und Sozialarbeiter, diese sollten vorerst  wissenschaftlich das Problem bearbeiten und in der Folge den  Politikern Lösungen vorschlagen, bevor diese die sichtbare Armut per Verordnung von unseren öffentl. Plätzen vertreiben. Es könnte ja sein, dass genau diese Betteljungen, die wir jetzt durch unser arrogantes Verhalten verjagen, in spätestens 10 Jahren wiederkommen und sich dann mit Gewalt das holen, was wir ihnen heute aus Arroganz verwehren.

Ich persönlich habe noch nie sowohl im Inland als auch im Ausland ein echtes Problem mit einem Bettler gehabt und der eine oder andere Obolus hat mich nicht ärmer gemacht aber sicher etwas menschlicher. Mir sind Bettler auf einem öffentl. Platz sitzend vor mir allemal lieber als dass sie mich in einer Seitengasse  bestehlen, niederschlagen oder ausrauben.

Unsere OÖ. Landtagsabgeordneten werden halt über das Gesetz abgestimmen nicht nach dem Herz sondern nach den Farben.

Und zum Schluss noch etwas nicht ganz ernst Gemeintes: Alle paar Jahre sind auch unsere Politiker auf öffentl. Straßen und Plätzen als sogenannte “Wählerstimmen-Bettler” zu finden. Sie sollten sich doch nicht selbst per Gesetz dies verbieten, meint DocBruni.

Quellen: derStandard.at, die presse com, www.faz.net, die Bibel, de.wikipedia.org

“Störung der Totenruhe”

Einer kleinen Notiz der Kirchen Zeitung, Diözese Linz  Nr. 3 vom 20. Jänner 2011 ist zu entnehmen, dass anlässlich der Seligsprechungsfeier für Johannes Paul II dessen Sarg mit den sterblichen Überresten,derzeit in der Grotte von St. Peter bestattet, in einer Seitenkapelle der Oberkirche seine letzte Ruhestätte findet, und zwar an einer Stelle, wo bisher einer seiner Vorgänger, nämlich  Innozenz XI. in einem Glassarg ruht, der an eine andere Stelle verlegt wird.

Ohne Gründe zu kennen, warum gerade dieser Tote einem anderen Toten weichen muss, ist es doch interessant etwas mehr über Innozenz XI. zu wissen.

Er wurde 1611 als Benedetto Odescalchi in Como in Norditalien als Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie geboren, wurde von Jesuiten erzogen, studierte Jus und Theologie in Rom und Neapel, wurde Priester im Vatikan, später Bischof von Novara. Hier brachte ihm seine asketische Lebensweise und Mildtätigkeit und Fürsorge den Beinamen  Vater der Armen ein. Papst Innozenz X. ernannte ihn zum Kardinal. 1676 wurde er zum Papst gewählt.

Der asketische Mann entfaltete ein strenges Regiment. Er reformierte die Kurie, brachte die hochverschuldeten Finanzen des Kirchenstaates wieder in Ordnung. Er war uninteressiert an Kunst, er fand  als sittenstrenger Papst die bildende Kunst sogar als anstößig und verabscheute Nepotismus und Simonie. Schwere Auseinandersetzungen gab es mit den Jesuiten. Er kämpfte unnachgiebig für die Autorität des Papstes und kam in Konflikt mit dem französischen König Ludwig XIV. (Regent 1643-1715), der bei einer Sedisvakanz einer jeden franz. Diözese die bischöfl. Einkünfte und Pfründe verwalten wollte. Der Streit eskalierte immer mehr, der Papst weigerte sich, vom König ernannte Bischöfe anzuerkennen und Ludwig drohte mit der Invasion des Kirchenstaates, der Papst seinerseits mit der Exkommunikation des Königs. Die Spannungen dauerten bis zum Tod des Papstes 1689.

Während seines gesamten Pontifikats versuchte er die christl. Fürsten Europas für eine Union im Kampf gegen die Türken zu gewinnen. 1683 überredete er den polnischen König Jan III. Sobieski zu einem Bündnis mit Kaiser Leopold I. gegen die Türken. Mit 1,5 Millionen Gulden unterstützte Innozenz das Bündnis. Am 12. September 1683 kam es zur Befreiung Wiens, wo in einer großen Schlacht das türkische Heer vernichtend geschlagen wurde und die Türken dann weit nach Ungarn zurückgedrängt werden konnten. Der Papst bekam den Beinamen: Verteidiger des christl. Abendlandes.

Zur Erinnerung dieses Sieges führte er für die gesamte Weltkirche den Festtag Maria Namen ein. Noch ein Kuriosum  aus dem Jahr 1683: Auf den Rat des päpstlichen Gesandten, des Kapuzinerpaters  Marco d´Aviano wurden die Feldzeichen  mit dem Bild der Gottesmutter versehen und die Fahnen der österr. Truppen haben diesen Brauch  255 Jahre beibehalten. Erst Adolf Hitler hat ihn abgeschafft.

Innozenz XI. wurde schon zu Lebzeiten wie ein Heiliger verehrt. Viele Historiker halten ihn für einen der bedeutendsten und würdigsten Päpste seiner Zeit. Seine Amtszeit gilt als die erfolgreichste im 17. Jahrhundert. Er wurde im Petersdom beigesetzt. Papst Pius XII. sprach ihn 1956 selig, zuvor hatte Frankreich immer wieder dagegen interveniert.

Durch die kleine Notiz in der Kirchenzeitung angeregt, hat der in seiner Totenruhe gestörte Papst mir einige interessante Stunden  über Geschichte des 17. Jhts. beschert .

Quellen: Kleindel Österreich, Daten zur Geschichte und Kultur, Josef Holzer Die Geschichte der Kirche, Stephan Vajda: Felix Austria Eine Geschichte Österreichs, www. heiligenlexikon.de , aus wikipedia

Innozenz XI.
Grabmal Innozenz XI

Body-Mass Index (BMI) und Sterblichkeit

Alter Untergewicht Normalgewicht Übergewicht starkes Übergewicht krankhaftes Übergewicht
18-24 <19 19-24 24-29 29-39 >39
25-34 <20 20-25 25-30 30-40 >40
35-44 <21 21-26 26-31 31-41 >41
45-54 <22 22-27 27-32 32-42 >42
55-64 <23 23-28 28-33 33-43 >43
65+ <24 24-29 29-34 34-44 >44

Berechnet wird er nach einer rel. einfachen Formel: Körpergewicht in kg dividiert durch Körpergröße in Meter zum Quadrat. Vor kurzem ist mir eine Arbeit in die Hände gekommen, die 19 prospektive Studien mit insgesamt  fast 1,5 Mill. Teilnehmer umfasst und eindeutig klar stellt, dass Übergewicht mit vorzeitigen Sterben einhergeht.

12/01/11,08:35, Elsevier

Body-Mass Index (BMI) und Sterblichkeit

Epidemiologen des National Cancer Institute in Bethesda (Maryland, USA) fassten Daten aus 19 prospektiven Studien mit 1,46 Millionen Erwachsenen im Alter von 19 bis 84 Jahren zusammen, um die Sterblichkeit in verschiedenen BMI-Bereichen zu erkunden. Die Rohdaten wurden nach wichtigen Einflussvariablen, wie z.B. Alter, körperliche Aktivität, Alkoholkonsum, Ausbildung und Familienstand, adjustiert.

Der mediane BMI zu Beginn der Untersuchung betrug 26,2 (kg/m 2 ). Während einer medianen Beobachtungszeit von 10 Jahren verstarben 160087 Teilnehmer. Für gesunde, lebenslange Nichtraucher ergab sich eine J-förmige Beziehung zwischen dem BMI und der Sterblichkeit aus allen Ursachen: Bei einem BMI von 22,5-24,9 als Referenzbereich lag die Hazard Ratio (HR) zu versterben für Frauen mit einem BMI von 15,0-18,4 bei 1,47, einem BMI von 18,5-19,9 bei 1,14 und einem BMI von 20,0-22,4 bei 1,00. Mit einem BMI oberhalb des Referenzbereichs von 25,0-29,9 lag die HR bei 1,13, mit einem BMI von 30,0-34,9 bei 1,44, einem BMI von 35,0-39,9 bei 1,88 und einem BMI von 40,0-49,9 bei 2,51. Für Männer ergaben sich ähnliche Werte. Das Sterberisiko für den BMI-Bereich unter 20 verringerte sich mit zunehmender Beobachtungsdauer.

Fazit: Bei Erwachsenen weißer Hautfarbe ist Übergewicht (und möglicherweise Untergewicht) mit erhöhter Sterblichkeit verbunden. Bei einem BMI von 20,0-24,9 ist die Sterblichkeit am geringsten.

(Quelle: Berrington de Gonzalez A, Hartge P, Cerhan JR et al. Body-mass index and mortality among 1.46 million white adults. N Engl J Med 2010;363:2211-9)

Vor über 30 Jahren schon versuchte ich als junger Mediziner Leute mit Übergewicht (damals war Übergewicht noch als keine Krankheit gelistet) zu überzeugen, ihren  BMI unter 25 zu bringen. Langzeitergebnisse waren spärlich, die Zusammenhänge mit Folgekrankheiten wie Diabetes,  Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen noch nicht so klar wie heute, die Argumente waren  teilweise statistisch noch schlecht untermauert. Mit Genugtuung kann ich heute feststellen, dass das Sollgewicht noch immer das Normalgewicht ist und die Patienten früher  nicht unnötig gequält wurden. In diesem Punkt hat die Zeit der Medizin recht gegeben, in vielen anderen Krankheiten gibt es heute völlig andere und zu früher auch total konträre Behandlungen. Leider hat die jetzt abgetretene oder abtretende Medizinergeneration es weltweit nicht geschafft, das Problem Übergewicht nur irgendwie in den Griff zu bekommen, im Unterschied zu anderen Krankheiten, wie Infektionen, Bluthochdruck usw. Auch bei Diabetes oder Herzinfarkten und nicht zuletzt auch bei Krebserkrankungen gibt es doch gewaltige Fortschritte. Die Fettsucht der Menschen und auch einiger Tierarten (wie ich kürzlich gelesen habe) wird offenbar den Globus “überrollen”. Laut einer amerikan. Statistik (wir in Ö. werden nicht weit davon entfernt sein) stieg die Anzahl der Erwachsenen mit einem BMI von über 30 von 1980 bis 2000 von 15% auf 30%. Im Jahr 2000 hatten von den über 20 Jährigen Amerikanern 64%  ein Übergewicht (BMI über 25)!! Auch das krankhafte Übergewicht (BMI über 40) steigt an und beträgt dzt. zwischen 4-5% der Bevölkerung. Berichte aus den sogenannten Schwellenländern sind ebenso alarmierend. Gründe, warum die Medizin dem Kranksein “Übergewicht”  nicht Herr wird, mag es viele geben, einer, der mir wesentlich erscheint, ist der, dass im Unterschied zu obig erwähnten Krankheiten, die ausschließlich von medizinischen Spezialisten und Superspezialisten beforscht und behandelt wurden und werden, die Mediziner ihre Kompetenz an andere “Therapeuten”, wie Ernährungswissenschaftler, (vermeintl. oder echte) Ernährungs- und Diätberater, Psychologen und Psychotherapeuten oder sonstige “Diätgurus” längst abgegeben haben. “Viele Köche verderben (hier im wahrsten Sinne) den Brei”. Den Medizinern verbleibt sozusagen am Rande des Problems nur die Verschreibung von Appetitzüglern oder am Ende der Krankheit das Amputieren von Teilen des Verdauungsschlauchs.

Magenbapass

Der Magenbypass auf Dauer ist sehr effektiv und hat relativ wenig Nebeneffekte. 90% verlieren 50% oder mehr an Gewicht, daneben kommt es, und dies ist besonders wichtig, zur Verbesserung von Begleitkrankheiten, wie Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörung. Dieser Erfolge sind aber nur mit exorbitant hohem Einsatz und Risiko zu erreichen und ich halte diese Methoden nur in Ausnahmefällen für erstrebenswert.

Die Fachzeitschrift  Cell kürte 2010 eine Arbeit als “Artikel der Zukunft”, die sich mit bestimmten Genmanipulationen beschäftigt, wo dann, bisher nur im Tierversuch möglich, durch Genverlust nur braunes Fett, das den Wärmehaushalt reguliert, gebildet wird und weisse Fettzellen nicht wachsen. Bis zu einer Anwendung am Menschen wird es noch dauern.

Wie in der Zwischenzeit mit dem Problem Übergewicht umzugehen ist, weiß ich natürlich auch nicht, bin aber überzeugt, einiges muß rasch geändert werden. Mediziner und darunter “Hochspezialisten” müssen wieder die Kompentenz der Behandlung übernehmen, Behörden und Regierungen müssen  ihre Ratschlägen ausführen (z.B. auch Sondersteuern wie bei Alkohol und Nikotin auf Fettprodukte oder zuckerangereicherte Säfte …). Welche Speisen Hauptkalorienträger sind, lernt heute schon jedes Kind im Kindergarten!! Auf jeden Fall Vermeiden des Begriffs “Diät”. Der Begriff ist negativ besetzt und bezeichnet Verbote bzw. Einschränkungen zu kalorienhaltiger, fettreicher Nahrungsmittel. Vor allem bedeutet es den Verzicht heiß geliebter Speisen und Getränke, eine Umstellung der Gewohnheiten und ein Ende der eingesessenen Bequemlichkeit. Gewollte Gewichtsabnahme bedeutet Hunger, Hunger tut weh. Körperliche Betätigung unterstützt den Gewichtsverlust und macht ihn dauerhaft, regelmäßige ärztl. Kontrolle und Begleitung ist notwendig und steigert auch die Motivation. Altruistisch denkende Menschen kann es motivieren, durch Hunger Erspartes anderen zugute kommen zu lassen (z.B. denen, die durch echten Nahrungsmangel hungern müssen).

Die Therapie scheint sicherlich für viele schwerer als die Krankheit!!

Quellen: accessmedicine.com,


Silvester, der weltweit meist gefeierteste Heilige

Kaiser Konstantin empfängt Papst Silvester

Der “Altjahrstag” verdankt seinen  Namen dem heiligen Silvester, der am 31. Jänner 314 als Silvester I. zum 34.Papst gekrönt wurde und am 31. 12. 335 in Rom starb. Er war ein bedeutender Papst für die Geschichte und Entwicklung der Kirche, die er im 4. Jht. neu organisierte. Silvester ist ein männlicher Vorname mit lateinischen Wurzeln (silva = wald) und ist als Waldmensch oder zum Wald gehörig zu übersetzen.

Seit 813 ist nach dem röm. kath. Heiligenkalender Silvester der Tagesheilige des 31. Dezember. Im Jahr 1582 wurde durch die Gregorianische Kalenderreform  der letzte Tag des Jahres vom 25. Dez. auf den 31. Dez. verlegt und somit war Silvester mit dem Jahresende verbunden. Das Kirchenjahr endet  übrigens am Vorabend des 1. Adventsonntags.

Das Ende des bürgerlichen Jahres war niemals ein kirchlicher Feiertag, sondern ein weltliches Fest. Jahreswechselfeste gab es schon viel früher, nämlich seit 153 v. Chr., als die Römer den Jahresbeginn vom 1. März auf den Jänner vorverlegten. Dass schon die Römer den Jahresbeginn mit ausschweifenden Festen begangen haben, bezeugt ein Brief Ciceros an Atticus: Cicero fragt sich, was von den Konsuln am 1. Jänner zu erwarten wäre, und antwortet selber “Ausschlafen der Räusche”!  Auf alte germanische Wurzeln gehen die “Feuerfeste” am Jahresende zurück.

Dieses heidnische Brauchtum wurde anfänglich von den Christen völlig abgelehnt. Die Kirche in Rom versuchte, dagegen anzugehen, indem sie den Neujahrstag zu einem Buß- und Fasttag erklärte. Weder Mahnungen und Drohungen konnten die Menschen von den fröhlichen und ausgelassenen Feiern am Silvestertag abhalten. Alle kirchlichen Bemühungen  “das heidnische Neujahrsfest” zu verhindern , scheiterten im Laufe der Geschichte. Später nahm die Kirche das Jahresende aber auch zum Anlass für spez. Andachten und Messen v.a. als Besinnung und Dank für das abgelaufene Jahr. Silvestergottesdienste sollen seit 1776 stattgefunden haben.

Wie vor 2000 Jahren begrüßen auch heutzutage die Menschen das Neue Jahr mit fröhlichen und ausgelassenen Feiern. Essen, Trinken und Tanzen gehören ebenso zu einer Silvesterparty oder einem Silvesterball wie das Silvesterfeuerwerk oder Silvesterschießen.

Zu Silvester versuchen die Völker schon lange ihre Identitätsmerkmale freudig zur Schau zu stellen: seit dem Jahr 2000 lassen die Franzosen  ihren Eifelturm in wunderbarem Licht erstrahlen, die Engländer zünden in London ein Riesenfeuerwerk auf der Themse unter Einbeziehung des London Eye, die Amerikaner lassen in New York vom One Times Square-Hochhaus eine riesige beleuchtete Glaskugel herunter, die Deutschen inszenieren ihre Neujahrsfeierlichkeiten in Berlin am Brandenburger Tor und in Österreich läutet seit Jahrzehnten die Pummerin (die große Glocke des Wiener Stephansdomes) das Neue Jahr ein und dann folgt unser “Nationalwalzer”  “An der schönen blauen Donau” auf allen Sendern des ORF.

Bei vielen Menschen sind aber auch abergläubische  Ängste und Hoffnungen mit dem Jahreswechsel verbunden, sie versuchen mit verschiedenen “Glücksbringern” ihr Inneres zu beruhigen oder durch das “Bleigießen” einen vermeintlichen Blick in die Zukunft zu bekommen.

Zusammengefasst glaube ich, dass es kaum ein Ereignis auf dem ganzen Globus gibt, das von so vielen Menschen, ob jung oder alt, alljährlich mit so viel positiven Gefühlen und freudiger Erwartung gefeiert wird wie der Beginn eines neuen Jahres.

Quellen: sura1.wordpress.com, de.wikipedia.org, medienwerkstadt-online.de, wasistwas.de, heiligenlexikon.de