Wanderung mit dem Enkel durch das historische Wien

Oder wozu Herbstferien auch gut sein können.

Am 4.11.11 bummelte  ich mit meinem Enkel durch ein Stück des historischen Wien. Nach einem Gang durch die Kärntnerstraße standen wir vor dem Stephansdom. Der Elfjährige war weniger interessiert an den historischen und künstlerischen Feinheiten der Kirche, sowohl außen als auch innen ( im Gegensatz zum Opa). Freude kam erst auf als wir den Südturm bestiegen. Über die dunkle Wendeltreppe stiegen wir flott empor, natürlich zählte er ganz gewissenhaft die Stufen und wunderte sich nicht wenig, als ich die 343 Stufen schon vorher richtig abschätzte (steht auf der Rückseite der Eintrittskarte). Der Turm ist bis 72 m begehbar, seine Gesamthöhe beträgt 136,4 m. Den Grundstein zum Bau legte 1359 Rudolf IV., gebaut wurde an ihm lange (75 Jahre). Er war der höchste Kirchturm der öst.ung. Monarchie, denn es durfte im ganzen Reich keine Kirche höher sein als der Wiener Stephansdom. Oben in der Türmerstube angekommen, hat man einen wunderbaren Ausblick in alle Himmelsrichtungen. 420 Jahre diente diese Türmerstube zur Frühwarnung eines Feuers und war Sitz einer Feuerwache. Diese wurde erst 1955 aufgegeben. Unser Interesse fand auch das “Starhemberg Bankerl”, es erinnert an den Kommandanten der Stadt Wien, Ernst Rüdiger Graf von Starhemberg während der 2. Türkenbelagerung 1683. Er soll von dort aus die Bewegungen der feindlichen Truppen beobachtet haben. Die Turmbesteigung war für uns beide sicher ein Erlebnis.

Türmerstube

"Körperkünstler" auf der Kärntnerstraße

Wieder unten auf der Straße,  besuchten wir als nächstes das Auktionshaus Dorotheum in der Dorotheergasse. Wir verbrachten etliche Zeit mit dem Betrachten alter Münzen und Briefmarken, aber auch alte Möbel und Gemälde, die das Interesse meines jungen Begleiters erweckt hatten. Ganz wesentlich für ihn ( und auch für mich) war der angegebene Ausrufungspreis, der uns erst den Wert der einzelnen Gegenstände zeigte, im Gegensatz zu üblichen Ausstellungen und Museen und das alles noch bei freiem Eintritt. Leider fand an dem Tag keine Auktion statt, der wir beiwohnen konnten.

Das Dorotheum hat schon eine lange Tradition. 1707 gründete Kaiser Joseph I. das “Versatzamt zu Wien”, das Pfandgeschäfte und Zwangsversteigerungen abwickelte. Später erfolgte die Übersiedlung ins ehemalige Dorotheerkloster, davon stammt auch der Name. An der Stelle des alten Klosters erfolgte im Auftrag von Kaiser Franz Joseph der Neubau des Palais Dorotheum, das 1901 fertiggestellt wurde. Das Gebäude wurde im neoklassizistischen Stil errichtet. Heute ist es das größte Auktionshaus in Mitteleuropa und im deutschsprachigen Raum, hat viele Filialen im In- und Ausland und beschäftigt über 700 Mitarbeiter.

Wie fast jeder Junge ist auch er ein absoluter Fan von Mc Donald´s, sodass wir anschließend das Nächstliegende aufsuchten. Ihm schmeckte das Bestellte, aber auch mir- die chicken  Filets und Pommes waren echt vorzüglich!

Frisch gestärkt wanderten wir durch die Opernpassage und dann an unserer ” berühmten Staatsoper” vorbei. Das Haus hielt gerade “Mittagsschlaf”, war rundum fest verschlossen und eine Führung wäre erst Stunden später möglich gewesen. So konnte ich meinem Enkel halt nur das tragische Ende der beiden planenden und ausführenden Architekten erzählen. Das Opernhaus wurde von den berühmten Wiener Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll geplant und von 1861-1869 gebaut. Den Wienern hat das Bauwerk aber nicht gefallen, sie erwarteten einen noch eindrucksvolleren Prachtbau auf der Ringstraße  und bezeichneten den Bau als “versunkene Kiste” oder das “Königgrätz der Baukunst”. Nach Baubeginn wurde das Straßenniveau angehoben, was der Ansicht natürlich Schaden zufügte. Auch der Kaiser  kritisierte die Architekten. Die schlechten Kritiken trieben van der Nüll in den Selbstmord, sein Freund und Mitarchitekt Sicardsburg starb 2 Monate später an Herzinfarkt. Beide haben die Fertigstellung des Hauses nicht erlebt. Der Kaiser war vom Tode der beiden so ergriffen, dass er angeblich von da an später in künstlerischen Angelegenheiten nur den stereotypen Satz gebrauchte : “Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut”.

Wir wanderten weiter, vorbei am monumentalen Goethe Denkmal (1900 enthüllt) in den Burghof und weiter auf den Heldenplatz. Hier faszinierten uns die beiden gewaltigen Reiterdenkmäler Prinz Eugen (1865 enthüllt) und Erzherzog Karl (1860). Beide Figuren stammen von Anton Dominik Fernkorn. Beachtenswert beim Erzherzog Karl Denkmal ist die Ausbalanzierung der riesigen Figur: das Pferd steht nur auf  der kleinen Fläche seiner zwei Hinterbeine! Immerhin soll Pferd samt Reiter mindestens 20 Tonnen schwer sein. Sie kosteten dem Kaiser auch viel Geld (200 000 Gulden entspricht etwa 2 Mill. €). Die mächtigen Sockel, auf denen die gewaltigen Reiter stehen, stammen übrigens von van der Nüll, dem Erbauer der Oper (bei der Oper hat er den Sockel wohl vergessen oder er ist zumindest zu klein geraten).

Ein Blick Richtung Ballhausplatz zeigte uns, dass sowohl über dem Bundeskanzleramt als auch über der Präsidentschaftskanzlei die Fahnen wehten, die Herren also im Amt sind.

Wir aber spazierten weiter durch den Volksgarten, überquerten die Ringstraße und gingen die Auffahrtrampe zum Parlament hinauf. Das Gebäude ist im griech. röm. Stil erbaut nach den Plänen und unter der Aufsicht des dänischen Architekten Theophil Hansen. Die Grundsteinlegung war 1874, die Gleichenfeier 1879, die erste Sitzung des Reichsrates war 1883. Die vielen allegorischen Figuren und Reliefs überforderten meinen Junior und auch mich ziemlich.

Wir kehrten dem Hohen Hause alsbald den Rücken und wanderten durch den Rathaus Park vorbei an der schönen Fassade des Rathauses zur Universität. Vorher besuchten wir noch am Rathausplatz das Cafe Einstein (mehr ein Bierbeisl), wo wir unseren Durst löschten und dann nach einem Rundgang in der Aula der Universität in der nahe gelegenen  U-Bahnstation den nächsten Zug Richtung nach Hause nahmen. So glaube ich, haben wir beide den Herbstferientag gut genützt und freuen uns auf weitere.

Quellen: Walter Kleindel:Das grosse Buch der Österreicher, Kremayr&Scheriau, http://de.wikipedia.org/wiki/Stephansdom_(Wien http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_van_der_N%C3%BCll, http://de.wikipedia.org/wiki/Dorotheum, http://de.wikipedia.org/wiki/Heldenplatz http://www.viennatouristguide.at, www.parlament.gv.at

Wanderung zur Olperer Hütte (2388m)

-Während unserer Zillertaler-Aktiv-Woche (31. 8. 11) führte uns eine Wanderung auch auf die Olperer Hütte. Mit dem Bus ging die Fahrt zuerst nach Ginzling, dann weiter zum GH Breitlahner, von dort die Mautstraße zum Schlegeisspeicher (1782 m). Beim Parkplatz Zamsgatterl begann die Wanderung.

Der gut markierte unschwere Weg  (Nr.535) führt mäßig ansteigend anfänglich in südwestl. Richtung durch Latschenwälder empor, dann im freien Gelände nordwestl. ins Unterschrammachkar hinauf, wo man auf den Tiroler Höhenweg (ein Teilstück vom Fernwanderweg 502 München-Venedig) trifft und diesem in nordöstl. Richtung folgt. Es ist dies ein erst 2006 neu angelegter Panorama Höhenweg, der leicht begehbar ist und eine wunderschöne Aussicht nach Süden bietet: vorne unten der türkisfarbene Schlegeisspeicher, dahinter der große Schlegeiskees und die Spitzen des Zillertaler Hauptkamms (Großer Möseler, Hochfeiler). Richtung Südwesten das Pfitscher Joch. Es sind etwa 600 Hm zu bewältigen; mit der Gruppe wanderten wir mit Rastpausen im “Seniorentempo” ca. 4 Stunden bis zur Olperer Hütte. Sie liegt am Südabhang des Olperers, dem 3.höchsten Gipfel der Zillertaler Alpen (3476 m). Die Besucher können praktisch den ganzen Tag die Sonne genießen. Auch wir genossen die Sonne und das herrl. Panorama, während uns das Mittagessen serviert wurde.

Panorama-Weg

Gefrorene Wand 3288 m

Olperer Hütte wird sichtbar

Die Hütte hat schon eine etwas bewegte Geschichte. 1881 wurde sie von der ehemaligen Sektion Prag des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins erbaut. Sie ist nach der Berliner Hütte (erbaut 1879) die zweitälteste Schutzhütte in den Zillertaler Alpen. Anfänglich war sie nur eine sehr bescheidene Einraumhütte. 1900 wurde sie an die Sektion Berlin verkauft und in der Folgezeit gab es mehrere Um-und Zubauten. Am Abend des 31. Juli 1999 entging die vollbelegte Hütte ganz knapp einer Katastrophe, als sich oberhalb Hütte in 2800 m vom Gletscher eine Eis- und Gerölllawine löste. Die Hütte wurde zum Glück nur an einer Hausecke gestreift. 2004 kam die Olperer Hütte in den Besitz der Sektion Neumarkt/Oberpfalz. Eine Sanierung war nicht mehr wirtschaftlich, sodass sie komplett abgetragen  und von Grund auf neu gebaut wurde. Ende Juni 2008 wurde die neue Hütte eröffnet. Sie ist sehr gefällig und zeigt eine gute Integration zur Umwelt. Nach einer ausgiebigen Mittagsrast stiegen wir von der Hütte auf kurzem Wege zum Schlegeisspeicher ab, wo uns der Bus nach ca. 11/2 Stunden wieder zurück nach Mayrhofen brachte. Eine wirklich schöne und empfehlenswerte Tour war zu Ende.

Schlegeisspeicher und Gr. Möseler (3480 m)

Quellen: Kompass Karte 37, http://www.olpererhuette.de/nathus-1026/lage-der-huette.html http://de.wikipedia.org/wiki/Olpererh%C3%BCtte

Besuch der Punkva-Höhlen und der Macocha-Schlucht (180811)

Im Rahmen unserer Reise nach Brünn besuchten wir auch den Mährischen Karst und die Punkva-Höhlen. Dieses Karstgebiet nördl. von Brünn gelegen hat eine Flääche von etwa 100 km² (Breite von 3-5 km, Länge ca. 25 km), wobei die Punkva- Höhlen im nördl. Teil des Karstes liegen.

350-380 Mill. Jahre alte organogene Meeressedimente aus dem mittleren bis oberen Devon (also dem Erdaltertum) bilden das Kalkgestein, welches auf dem Magmagestein (Graniten) des Brünner Massivs liegt. Nach dem Rückgang des paläozoischen Meeres und der variszischen Gebirgsbildung im gesamten böhmischen Massiv begann das freigelegte Kalksteingebirge immer mehr zu verkarsten. Die Dicke des Kalkgesteins wird auf 500- 1000 m geschätzt. In der Folge wurde das Gebiet noch einige Male in der Erdgeschichte kurzzeitig von Meeren überflutet: z. B. während der Kreidezeit, wovon Karbonatsedimente mit Versteinerungen von Ammoniten und anderer Meeresbewohner zeugen. Bei der Meeresüberflutung im Tertiär wurden die tiefen Karsttäler und ältesten Höhlen wieder mit jüngeren Lehmsedimenten aus dem Wiener Becken angefüllt. Ab der Mitte des Tertiär (etwa seit 30 Mill. Jahren) entwickelte der Karst nach und nach seine heutige Gestalt.

Heute sind im Mährischen Karst über 1100 Höhlen registriert. Entstanden sind sie durch Erosionstätigkeit von Niederschlagswasser und unterirdischen Flüssen in den leicht löslichen Kalksteinschichten. Die Punkva-Höhlen sind der Austrittsbereich des unterirdischen Flusses Punkva. Der Fluss tritt am Grund der Macocha-Schlucht zu Tage und fließt dann durch die Punkva-Höhlen. Diese Höhlen entstanden in mehreren Etagen und an geologischen Bruchstellen kam es auch zu Deckeneinstürzen und Einbrüchen. So bildeten sich die großen  Dome im Inneren oder die gewaltige Macocha-Schlucht (187 m tief, davon trockener Teil 138 m!).

Die Punkva Höhlen bestehen aus einem trockenen Teil, der zwischen 1909 und 1914 entdeckt wurde, und einem wassergefülltem Höhlensystem, welches zwischen 1920 und 1930 erforscht wurde. Aber auch heute werden noch weitere Entdeckungen gemacht. Die Gesamtlänge der Gänge beträgt ca. 4 km. Die 1250 m lange  unterirdische Flussfahrt mit Booten wird bereits seit 1920 betrieben.

Auch wir konnten daran teilnehmen- ein eigenartiges Gefühl und nichts für Leute mit Klaustrophobie. Im Inneren herrscht eine Temperatur von 7-8°C bei einer Luftfeuchtigkeit von 99%. Erwähnenswert ist die reiche Tropfsteinverzierung der Höhlen. Die Tropfsteine sind Kondensate vom gesättigtem Karstwasser,  das durch das Kalkgestein durchsickert und dabei Kalksalze herauslöst. Auffällig die vielen Formen der Tropfsteine von zarten nadelförmigen Gebilden bis zu mächtigen Säulen und Vorhängen finden sich die Sinterablagerungen und lassen die Höhlen schaurig schön,  geradezu unwirklich erscheinen.

Am Ende der Führung durch den trockenen Teil der Höhlen standen wir am Fuße der Macocha -Schlucht(auf deutsch: Schwiegermutterschlucht) und blickten nach oben, wo nur ein schmaler Streifen blauer Himmel zu sehen war. Viele Sagen und Geschichten ranken sich um diese Schlucht. Noch ein Kuriosum: bis 1914 gab es in der benachbarten Ortschaft einen sonderbaren Beruf – “Entsorger” der Selbstmörderleichen aus der Macocha-Schlucht!?.

Blick aus der Schlucht

Wir gingen noch einige Meter zum See am Grunde der Schlucht hinunter und bestiegen die Boote, auf denen wir durch den wassergefüllten Teil des Höhlensystems fuhren und die uns nach über 1 km unterirdischer Flussfahrt  wieder ans Tageslicht brachten. Eine hochinteressante Besichtigung war damit zu Ende.

unterirdische Flussfahrt

Quellen: http://www.moravskykras.net/de/mahrischer-karst.html,  Punkva-Höhlen und Macocha-Schlucht, herausgegeben von der Höhlenverwaltung der Tschechischen Republik,Ausgabe 2011

Fußball verbindet: Wien-Alkmaar

Am 3.11.11 waren ich,  mein Enkel Jan und Mario, der Freund der Tochter, drei von 10 500 Besuchern, die das Europacupspiel Austria Wien gegen Alkmaar im Franz Horr Stadion (heute: Generali Arena) live miterleben durften. Das Spiel war wirklich spannend, gelang es doch den Austrianern, die in der Pause bereits 0:2 im Rückstand lagen, in der 2. Hälfte das Spiel noch umzudrehen und den Ausgleich zum 2:2 zu schaffen. Wahrscheinlich hat auch unser Anfeuern dazu wesentlich beigetragen!!

auf zum Stadion

Einstimmung auf das Spiel

Angriff v. Austria

Die Spieler kamen aus Alkmaar. Alkmaar ist eine Stadt in Nordholland mit etwas unter 100 000 Einwohnern, ca. 50 km nördlich von Amsterdam zwischen der Nordsee und dem Isselmeer. 2004 feierte die Stadt ihr 750 jähriges Bestandsjubiläum. Die Stadt wurde 1573 zum Symbol des niederländischen Freiheitskampfes, als die spanischen Belagerer aufgrund der Tapferkeit ihrer Bürger und taktischer Überflutungen der umgebenden Felder aufgeben und abrücken mussten. Dies geschah am 8. Oktober 1573 und seither wird in Alkmaar noch immer an diesem Tag gefeiert.

Berühmt ist Alkmaar besonders durch seinen Käsemarkt, der vom Frühjahr bis Herbst jeweils am Freitag stattfindet. Seit übrigens 1622 wird dieser Markt in ähnlicher Form abgehalten. Der Käse wird hier noch nach den alten Traditionen und Ritualen verkauft und viele Schaulustige kommen zu diesem Spektakel. So besuchen jährlich ca. 300 000 diesen Käsemarkt.

Unter den vielen  Museen der Stadt sind  das holländische Käsemuseum und das nationale Biermuseum die bekanntesten. Ein berühmter Sohn der Stadt war der bekannte Showmaster Rudi Carrell, dem die Stadt ein Denkmal errichten ließ an der Stelle, wo er in einem kleinen Theater seine ersten Auftritte hatte.

Der wichtigste Sportverein der Stadt ist sicherlich der Profifußballklub AZ Alkmaar. Seit 2006 hat er im Süden der Stadt ein neues Stadion mit 17 000 Plätzen. Seit 1967 gibt es den derzeitigen Verein AZ Alkmaar. Die Mannschaftsfarben sind rot und weiß, wobei am Trikot die Brust und Rückenteile rot , die Arme weiß gehalten sind, ebenso die Hosen und Stutzen. Den größten Erfolg hatte die Mannschaft wohl 2009, wo sie holländischer Meister wurde und in die UEFA Champions League einzog. Trainer war damals Luis van Gaal.  2011 qualifizierte sich das Team für die UEFA Europa League unter dem jetzigen Trainer Gertjan Verbeek. Momentan ist der Club in der holl. Erstliga mit 5 Punkten Vorsprung  Tabellenerster!

Alles in Allem war es wirklich eine Freude, dem Spiel zuzuschauen und obwohl es im Stadion schon ziemlich kalt war, wurde uns zeitweise ganz schön heiss auf der Tribüne, wenn die Spieler im gegnerischen Strafraum auftauchten. Durch das gemeinsame Anfeuern der heimischen Mannschaft entsteht ein Gefühl der Gemeinsamkeit der Zuschauer auf den Tribünen, wildfremde Menschen plaudern oder “fachsimpeln” plötzlich miteinander und die Grenzen zwischen arm und reich, jung und alt verschwinden plötzlich. Allein schon deswegen sollten die Großväter öfter mit ihren Enkeln ins Stadion gehen!

gelungener Fußballabend

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/AZ_Alkmaar http://de.wikipedia.org/wiki/Alkmaar

Zu Besuch in einer beeindruckenden Firma

Im Rahmen eines Ausfluges mit einer Gruppe Senioren hatte ich am 19. Okt. 2011 die Gelegenheit, Umdasch in Amstetten,eine der bekanntesten Firmen in unserer Umgebung,  auch einmal von ” innen” kennenzulernen. Beinahe jedes Kind kennt den Namen Umdasch bei uns, ausser den dort Arbeitenden, werden wohl die wenigsten, wie ich,  schon das Werk von Innen gesehen haben. Durch kompetente Mitarbeiter wurden wir in einer sehr ausführlichen Weise über die wichtigsten Erzeugnisse des Konzerns informiert und in einem Rundgang durch das Werk konnten wir die einzelnen Produktionsschritte beinahe “hautnah” erleben.

Die Firma steht gleichsam auf zwei Standbeinen: der DOKA- Schalungstechnik und der Umdasch Shopfitting Group. Der Name “DOKA” stammt übrigens aus den 50-iger Jahren, als die Firma Umdasch Schalungsplatten  an die Baustellen der öst. Donaukraftwerke (DOKW) lieferte (Ybbs- Persenbeug). Auch heute erzeugt sie im wesentlichen Schalungselemente, also Gussformen für Beton,  die sowohl hierzulande als auch weltweit zum Einsatz kommen. Ganz faszinierend finde ich die Entwicklung von einfachen Bretterschalungen zu Großflächenschalung, Tunnel und Brückenschalung weiter bis zur Selbstkletterschalung, wie sie im Hochhausbau verwendet wird. Herzeigeobjekte, die mit DOKA Schalungstechnik ausgeführt wurden, stehen in vielen Ländern und sind uns bekannt. Nur einige Beispiele: der Millennium Tower in Österreich, Erweiterung des Wiener Flughafens (Vienna Skylink), BMW Welt München, der Burj al Arab, eines der luxuriösesten und teuersten Hotels der Welt in Dubai oder der Burj Khalifa in Dubai, für den  2004 DOKA den Schalungsauftrag erhielt. Dieses Gebäude wird nach seiner Fertigstellung mit 828 m das höchste Gebäude der Welt sein.  Jährlich verlassen etwa 75 000 Tonnen Mtallprodukte , 4 Mill. m² DOKA-Schalungsplatten oder 10 Mill.lfm Doka- Schalungsträger die Produktionsstätten. Der Umsatz 2010 betrug 712 Mill. Euro, beschäftigt sind etwa 5 200 Leute. In über 70 Länder gibt es Betriebsstandorte.

Das zweite Standbein, der Ladenbau macht zwar am Gesamtkonzern nur ca. 25% aus, ist aber nicht minder interessant: für die OMV werden in 12 Ländern über 700 Tankstellenshops errichtet.Klingende Namen wie Nike, Lewi`s, Swatch, Hugo Boss, Esprit oder Humanic zählen zu Kunden von Umdasch.

Eigentümer sind Alfred und Hilde Umdasch, die auch Eigentümerin der größten österr. Gartencenter-Kette bellaflora ist. Das Unternehmen Umdasch hatte sich in den letzten Jahrzenten so prächtig entwickelt, dass deren Besitzer zu den 50 reichsten Österreichern zählen.

Dabei ist die Firmengeschichte noch gar nicht so alt. 1868 wurde von Joseph Hopferwieser, ein in Kollmitzberg geborener Zimmerer, in Amstetten eine Zimmerei gegründet. Zur Zimmerei gehörte auch ein Sägewerk, das sich unter seinem Sohn Alfred Hopferwieser immer mehr vom reinen Zulieferer zur Zimmerei durch Zunahme des Holzexports verselbstständigte. Nach seinem Tode 1931 übernahm seine Tochter das Unternehmen, die 1937 den aus Oberösterreich stammenden Lehrer Josef Umdasch heiratete, der dann zuerst als Prokurist arbeitete und später als Gesellschafter in das Unternehmen einstieg. Während des Krieges erwarb die Firma am jetzigen Standort ein großes Areal und verlegte die Produktion dorthin. 1945 zerstörten Fliegerbomben die dort errichteten Anlagen fast zur Gänze. Trotz dieses Rückschlages erholte sich das Unternehmen wieder und zählt heute zu den Erfolgreichsten unserer näheren Heimat.

Nach der Werksbesichtigung konnten wir uns bei Brötchen und Getränken noch im Detail mit dem Führer unterhalten, ehe wir den Bus wieder zu einer kurzen Rundfahrt im östl.  Mostviertel bestiegen.

In Petzenkirchen auf oder besser gesagt in der urigen “Kreuzer Alm”  ( die “Alm” liegt nämlich in der Ebene und die einzige Kuh, die wir zu Gesicht bekamen, stammt vom Tierpräparator)  kehrten wir noch gemütlich ein, ehe es mit dem Bus wieder heimwärts ging.

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Doka-Gruppe, http://www.doka.com/web/products/system-groups/, http://de.wikipedia.org/wiki/Umdasch

Die Kraftwerksbrücke Melk, eine stressfreie Donauüberquerung

Am 1. 10. 11, ein wunderschöner Herbsttag, starteten Marianne und ich eine Radrundtour entlang der Donau. Wir begannen in Persenbeug, fuhren über die Donaubrücke nach Ybbs, von dort am südl. Donauufer am Donauradweg nach Krummnußbaum. Die Gemeinde feierte gerade ihr “Nussfest”. Es muss heuer ein sehr nussreiches Jahr gewesen sein, nach der Menschenmenge zu schließen, die dort unterwegs war! Nachdem auch wir die einzelnen Nussspezialitäten verkostet hatten, fuhren wir weiter nach Pöchlarn, eine Stadt, die schon im Nibelungenlied erwähnt wird. Übrigens nennt sich der Donauabschnitt zwischen Persenbeug und Melk Nibelungengau.

Pöchlarn´s Nibelunge

Donaubrücke Pöchlarn

Da unsere Kondition noch gut war, fuhren wir weiter bis zur Kraftwerksbrücke Melk, über die wir aufs linke Donauufer fuhren. An dieser Stelle muss man dem Verbund wirklich danken, dass Fußgänger und Radfahrer die Brücke benützen dürfen!! Das Kraftwerk Melk und damit auch die Brücke sind noch jüngeren Datums: erbaut 1979-1982, arbeitet das Werk mit 9 Kaplan-Rohrturbinen und 9 Drehstromgeneratoren. Die Fallhöhe beträgt 9.6 m. Jede Turbine leistet bis 22 300 kW. Das Kraftwerk erzeugt im Jahresschnitt 1 180 Mill.Kilowattstunden, damit sind rund 2/3 der niederöst. Haushalte mit Strom versorgt. Die Maschinen befinden sich im Krafthaus am südl. Donauufer. Am nördl. Donauufer befindet sich die Schleusenanlage mit 2 Schleusenkammern. Der Stauraum des Kraftwerks reicht über 22 km. zurück bis zur Stufe Ybbs-Persenbeug.

Zwecks Hochwasserschutz wurden gleichzeitig mit dem Kraftwerksbau beiderseits Schutzdämme errichtet. Das früher regelmäßig von Hochwässern heimgesuchte Pöchlarn ist heute davor bewahrt. Auf den Dämmen sind wunderbare Rad-und Gehwege angelegt. Oberhalb des Donau-Altarm haben viele Wasservögel ihre Heimat in einem großen Schutzteich gefunden. Der Altarm wird vorwiegend als Freizeitparadies genützt. Noch etwas fällt an diesem Kraftwerk positiv auf: um das Landschaftsbild zu schonen, gibt es keine unschönen Freileitungen im Kraftwerksbereich, sondern der erzeugte Strom wird über Erdkabel am rechten Donauufer zum Hochspannungsnetz transportiert.

Kraftwerkbrücke Melk

Kraftwerkbrücke Melk

Blick Richtung Melk

Nach der Brücke fuhren wir am linken Donauufer dem Donauradweg folgend stromaufwärts durch die sich schon herbstlich verändernde Landschaft, nicht ohne dort und da eine kurze Rast auf einer der bereitgestellten Bänke gemacht zu haben. In den Beinen zwar etwas müde, im Innern aber bereichert durch viele schöne Eindrücke und Bilder unserer näheren Heimat erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt.

Quellen:Karte: Donauradweg von Passau bis Bratislava,  http://www.gymmelk.ac.at/the/nawiorg/ex290502/index2.htm,  http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Melk

Tampere “Manchester des Nordens”, ein Kurzbesuch

Am 31. Juli 2011, ein strahlend schöner Sonntag, hatten wir mit unserer Tochter G., die derzeit in Turcu arbeitet,  einen Ausflug nach Tampere,  der drittgrößten Stadt Finnlands gestartet.

Die Stadt liegt ca. 170 km nordöstl. von Turcu. Nach einer Zugsfahrt von ca. 11/2 Stunden waren wir dort. Tampere ( schwedisch Tammerfors) hat heute ca. 200 000 Einwohner, im Großraum Tampere sind es allerdings etwa 290 000. Tampere liegt an 2 riesigen Binnenseen: den Näsijärvi im Norden und den Pyhäjärvi im Süden, sie haben einen Niveauunterschied von etwa 18 Metern und sind durch die ca. 900 m lange Stromschnelle Tammerkoski verbunden. Auch wir wanderten den Fluß zum oberen See hinauf , wilde Stromschnellen sind heute nicht mehr zu erkennen. Seit dem Anfang des 19. Jhts. diente das hier vorhandene Gefälle zur Energiegewinnung aus Wasserkraft. Neben einer frühen Papierfabrik und einer Baumwollfabrik entwickelte sich hier eine florierende Textilindustrie, später geradezu ein industrielles Innovationszentrum für Finnland ( 1842 erste finn. Papierfabrik, 1882 erste skandinav. Glühbirnenerzeugung, 1882 erste elektr.Beleuchtung einer nordeuropäischen Stadt, …). Heute kann man noch die alten Backsteinfabrikshallen sehen (natürl. unter Denkmalschutz), die aber großteils umgebaut wurden zu Museen, Kinos, Boutiquen, Versammlungshallen oder Cafes.

Tammerkoski-Stromschnelle, alte Fabriksgebäude

Ufer d. nördl. Sees (Näsijärvi)

Ufer d. südl. Sees (Pyhäjärvi)

Geschichtl. erwähnenswert wäre die Stadtgründung durch den jungen Schwedenkönig Gustav III 1779 mit dem Zweck hier ein Handels-und Fabrikszentrum zu schaffen. Vorher war das Gebiet bäuerlich bewirtschaftet, die Region dürfte um ca. 1000 n. Chr. bereits besiedelt gewesen sein. Interessant ist die Bevölkerungszunahme der Stadt: hatte sie 1820 nur 1 000 Einw., waren es 1900 bereits 34 000 und wieder 100 Jahre später 2002 schon 200 000. Tampere hat an die zwanzig Parnerstädte weltweit, hauptsächlich sind es ebenfalls Industriestädte. Auch  Österreichs größte Industriestadt Linz ist eine Partnerstadt von Tampere.

Anfang des 20. Jhts. war Tampere das finn. Zentrum der Arbeiterbewegung, 1905 nahm hier auch Lenin an einer Konferenz der Bolschewiken teil, auch Stalin soll er hier kennengelernt haben. Im Leninmuseum kann man mehr darüber erfahren.

Seit 1923 hat Tampere auch einen Bischof (ev. luth.). Der Dom (erbaut 1902-1907) aus grauem Granit erbaut im Stil der finn. Nationalromantik mit asymmetrischen Außenmauern (Märchenschloßartig!). Ein riesiges Altarfresko zeigt die Auferstehung (verständlich, erst wenn man die Erklärung gelesen hat). 80 Jahre älter ist die “Alte Kirche”, eine kleinere gelbe Holzkirche im Empirestil erbaut mit einem freistehendem Turm, wobei die Turmuhr nur 1 Zeiger trägt. Wegen Restaurierung konnten wir nicht ins Innere der Kirche. Sehenswert ist weiters die Alexander Kirche, benannt nach dem russ.Zaren und Großfürst von Finnland Alexander II. 1880 im neugotischen Stil erbaut. Die russ. orthodoxe Kirche konnten wir lediglich von außen bewundern, da um 15 00! Uhr für dieses Gotteshaus Sperrstunde war und uns somit der Zutritt versperrt blieb.

Dom

Dom Inneres, Altarbild

Alte Kirche, Glockenturm

Alexander Kirche

Inneres , Alexanderkirche
russ. orthodoxe Kirche

Das Stadtzentrum ist großzügig angelegt mit mehreren Parks, Brücken, ein zentrales Stadium,vielen netten Cafes und freundl. Bedienung. Wir wanderten vom oberen See Näsijärvi zum unteren Pyhäjärvi, wir überquerten den Tammerkoskifluß auf der bekannten Hämeensilta-Brücke, an der 4 große Bronzefiguren (1929) stehen, die das früher in der Stadt ausgeübte Gewerbe darstellen sollen: (man staune!!) eine finnische Jungfrau, ein Jäger, ein Händler und ein Steuereintreiber.

Hämeensilta-Brücke

Mit etwas müden Füßen, aber dem Gefühl, eine schöne Stadt im Norden Europas etwas kennengelernt zu haben, fuhren wir gegen abends wieder zurück nach Turcu.

Quellen:  http://www.tampere.de/index.htm http://www.tampere-region.eu/in-english/visit-tampere-region/http://en.wikipedia.org/wiki/Tampere

Wanderung zur Edelhütte (1.9. 2011)

Während unseres Aufenthaltes in Mayrhofen machten wir, Marianne und ich, zusammen mit unseren Freunden B. u. R. W. eine Hüttenwanderung zur Edelhütte am Fuße des Ahorngipfels.

Mit der Ahornbahn fuhren wir bequem zur Filzenalm (1955 m). Durch das Gatter der Filzenalm  am Fuße des Filzenkogels führt der Weg Nr 514 unschwer und leicht ansteigend vorbei an Almen zur Edelhütte (2238 m), die wir nach gut einer Stunde Gehzeit auch erreichten. Hinter der Hütte erhebt sich mächtig der Hausberg der Hütte, die 2973 m hohe Ahornspitze.

Die Hütte wurde 1889 als kleiner Stützpunkt vom DAV Sektion Würzburg errichtet. Interessant waren die  damaligen Kosten von 8697 Mark plus Wegekosten von 2174 Mark. Im Laufe der Zeit wurde sie dann mehrmals umgebaut und erweitert. Der “Namenspatron” der Hütte Karl von Edel (1806-1890) war ein hochgeehrter Mann in der Stadt Würzburg und seiner Universität, wo er in seinem Broterwerb Juraprofessor war. Er war mehrfacher Ehrendoktor und viele Jahre auch Abgeordneter im bayerischen Landtag. Fast 10 Jahre war er Gründungsvorsitzender der Würzburger AV-Sektion.

Heute bietet die Hütte neben  einer urigen  Gaststube, wo wir auch eine ” Stärkung” uns vergönnten, für ca 80 Personen Übernachtungsmöglichkeiten (30 Betten, 50 Lager). Nach einer kurzen Rast wanderten wir über die Hochleger Alm wieder zügig zurück zur Bergstation der Ahornbahn, die uns wieder ins Tal brachte, denn das Wetter hatte sich inzwischen verschlechtert und es hatte zu regnen begonnen. Trotzdem war es eine schöne Wanderung.

Auffahrt mit d. Ahornbahn

Edelhütte

"Ein Tag zu früh hier"

Ahornspitze

Rast in der Hütte

Quellen: Karte: Kompass Wander-, Bike-und Schitourenkarte 37, http://www.kreiter.info/huetten/docs/karl_von_edel_huette.htm, www.hoehenrausch.de, http://www.apart-schneeberger.at

Walldorf, eine der reichsten Gemeinden Deutschlands

Vom 18.-23. Sept.2011 wohnte ich in einer der reichsten Gemeinden Deutschlands. Während meine Tochter G. einen Kurs beim Softwarehersteller SAP in Walldorf besuchte, hatte ich reichlich Zeit, die Stadt und die nähere Umgebung kennenzulernen.

Walldorf liegt im Bundesland Baden-Württemberg, ca. 12 km südl. von Heidelberg im Regierungsbezirk Karlsruhe. Momentan zählt es 14 800 Einwohner. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es bereits 770. Unter Kämpfen und Plünderungen während der deutschen Bauernkriege und im Dreißigjährigen Krieg hatte der Ort viel zu leiden; den Ort völlig zerstört und die Bewohner vertrieben hatten die Franzosen  im pfälzischen Erbfolgekrieg von 1689. Erst Jahre später baute man Walldorf wieder auf. Der Aufschwung kam langsam im 19. Jht. mit dem Bau der Rheintalbahn, bis dahin war Walldorf ein Bauerndorf, wo vorwiegend Hopfen, Tabak und Spargel angebaut wurde, letzterer  wird auch heute noch von den Bauern gepflanzt und meist direkt vermarktet. 1901 wurde Walldorf zur Stadt erhoben. Nach dem 2. Weltkrieg siedelten über 1000 Heimatvertriebene hier, in den 50 ger Jahren ließen sich in einem großem Industriegebiet über 70 Betriebe nieder, darunter 1957 die Heidelberger Druckmaschinen AG (heute mit 6500 Mitarbeitern die weltweit größte Druckmaschinenfabrikation).

1972 gründeten fünf ehemalige IBM-Mitarbeiter SAP (Systemanalyse und Programmentwicklung). der Firmensitz war anfänglich in Weinheim, 1977 erfolgte seine Verlegung nach Walldorf. Heute steht SAP für Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung. 53 000 Mitarbeiter betreuen heute weltweit in 50 Ländern über 172 000 Kunden. Die Konzernzentrale und ein riesiges Schulungszentrum finden sich in Walldorf. SAP ist der größte Arbeitgeber der Stadt.

SAP-Zentrale

auf dem Weg zum Kurs

Schulungszentrum

Walldorf besitzt jedenfalls mehr Arbeitsplätze als Einwohner, über das ganze Stadtgebiet sieht man Baukräne verteilt, ein Zeichen von reger Bautätigkeit. Dank der vielen Firmen mit den wichtigsten Branchen wie Informationstechnologie (SAP), Druckindustrie (HDM), Einrichtungssektor (IKEA), Baugewerbe und Musikbedarf zählt Walldorf  heute zu den reichsten Gemeinden Deutschlands.

Walldorf bietet noch anderes Interessantes. z. B. Johann Jacob Astor (1762-1848), arm geboren in Walldorf,emigrierte er schon als Jugendlicher nach Amerika, verdiente viel Geld mit Pelzhandel und Immobilien. Er war der erste Multimillionär, auf ihn gehen sogar einige Städtenamen in den USA (Astoria in Oregon), oder die Waldorf-Astoria Hotels zurück.

1906 wurde in Stuttgart die Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik Emil Molt gegründet. Namensgeber der Fabrik war Johann Jacob Astor. Die Zigarettenmarke Astor trägt heute noch sein Porträt. 1919 gründet dieser Emil Molt mit Rudolf Steiner in Stuttgart die 1. Waldorfschule als Betriebsschule für die Kinder der Arbeiter und Angestellten der Zigarettenfabrik. Heute gibt es weltweit in 60 Ländern 950 sogenannte Waldorfschulen, davon 12 in Österreich.

Besuchen sollte man in Walldorf die ev. Kirche. Erbaut wurde sie um 1860 im neugotischen Stil als dreischiffige Hallenkirche. Das Altarbild ist sehenswert und zeigt Christus am Kreuz. Für einen Gag halte ich, dass die Kirchturmspitze nachts mit wechselnden Farben bestrahlt wird.

ev. Kirche

ev. Kirche, Inneres

Unweit daneben steht die kath. Kirche: um 1790 im spätbarocken Stil erbaut und 1961 im modernen Stil erweitert (mir  scheint der Umbau aber nicht gut geglückt).

kath. Kirche

Das Astorhaus: erbaut 1854 nach der testamentarischen 50 000 Dollarspende von J. J. Astor in schlichter Backsteinbauweise, diente es bis zum 2. Weltkrieg als Armen-und Waisenhaus, heute als Schülerhort und Museum.

Das Stadtzentrum bietet eine kurze Fußgängerzone mit netten Geschäften und mehreren urigen Gaststätten mit vorzüglicher Küche. Aufgefallen sind mir dabei die vielen Biersorten; offensichtlich gibt es in der Gegend viele, gute Kleinbrauereien. Es war  gar nicht so einfach für mich, mich da “durch zu kosten”

unsere Unterkunft

gemütl. Gaststube

Gruppenfoto "Kursteilnehmer"

Quellen: www.sap.com, www.walldorf.de, www.de.wikipedia.com

Tour auf die Heßhütte und Zinödl mit K.Ai. (27. Sept. 2011)

Vom Kölblwirt (870 m)in Johnsbach  starteten wir unsere Tour. Bei herrlichem Spätsommerwetter  stiegen wir zügig den gut markierten Weg auf, links vorbei an der Wasserfallmauer, vorbei an weidenden Rindern der  unteren und oberen Koderalm. Der restliche Weg bis zur Heßhütte führt über flaches Gelände, so dass wir (trotz unseres Alters )ganz gut vorankamen und nach 21/2 Stunden die Heßhütte erreichten.

Die Heßhütte (1699 m) liegt am Ennsecksattel in der Hochtorgruppe und ist Ausgangspunkt für Touren auf das Hochtor (2369 m), die Planspitze (2117 m) oder das Zinödl (2191 m). Sie ist nach der Ennstaler Hütte die zweitälteste Hütte im Gesäuse. Eröffnet wurde sie 1893. Die Baukosten betrugen damals 2000 Gulden, für heutige Begriffe eine bescheidene Summe. In der Folge wurde sie mehrmals umgebaut und erweitert. Sie verfügt über mehr als 100 Schlafplätze.  Seit 2004  besitzt sie auch eine vollbiologische Kläranlage. Da keine Materialseilbahn vorhanden ist, erfolgt die Belieferung von Mai bis Oktober mittels Hubschrauber. Pro Monat fliegt er 5-8 Tonnen Güter auf die Hütte und transportiert den schon sortierten Müll wieder ins Tal.

Benannt ist die Hütte nach Heinrich Heß(1857- 1944). In seinem Beruf war er Inhaber einer Perlmutter Exportfirma, später ein Armaturenfabrikant in Wien. Bekannter ist er aber als Alpinist, der sehr viele Erstbesteigungen  im Gesäuse und darüber hinaus gemacht hat. Um 1900 erlernte er bereits den alpinen Schilauf (Lilienfelder Schule). Zu seiner Zeit war er einer der bedeutendsten alpinen Schriftsteller und Schriftleiter alpiner Zeitschriften.  Große Verdienste erwarb er sich um die verkehrstechnische und touristische Erschließung des Gesäuses, er wird daher als „Vater des Gesäuses“ genannt. Die Hütte war bis 1930 Eigentum der alpinen Gesellschaft der Ennstaler, anschließend wurde sie vom öst. Alpenverein/Sektion Austria übernommen.

Nach einer kurzen Rast bei der Hütte und einem Plauscherl mit dem Hüttenwirt machten wir uns an den Aufstieg zum Zinödl. Der Weg führt von der Hütte über steiles Latschengelände O-wärts empor und nach links zum Gipfel des Zinödls (2191m). Etwas erschöpft konnten wir uns gegenseitig  nach ca. 11/2 Stunden ein glückliches „Berg Heil“ wünschen und die herrliche Aussicht genießen. Nach den pflichtgemäßen Gipfelfotos und einer kleinen Brotzeit machten wir uns über den Panoramaweg auf den  Abstieg. Er führt  über den markierten Nordrücken zu einem prächtigen Aussichtspunkt in die Gesäuseschlucht und Richtung Buchstein, über eine lange Querung SW-wärts zurück zur Heßhütte. Dort verwöhnten wir uns mit einem kühlen Bier und einer Köstlichkeit aus der Hüttenküche,ehe wir uns an den Abstieg hinunter  nach Johnsbach machten..

Zinödl-unser Ziel

Hochtor

Heßhütte vom Zinödl

am Gipfel

Hochtor

Rast auf der Hütte

Heßhütte

Quellen: www.hesshuette.at, www.kreiter.info/huetten.at, www.deutsche.biographie.de, http://www.alpintouren.com