Body-Mass Index (BMI) und Sterblichkeit

Alter Untergewicht Normalgewicht Übergewicht starkes Übergewicht krankhaftes Übergewicht
18-24 <19 19-24 24-29 29-39 >39
25-34 <20 20-25 25-30 30-40 >40
35-44 <21 21-26 26-31 31-41 >41
45-54 <22 22-27 27-32 32-42 >42
55-64 <23 23-28 28-33 33-43 >43
65+ <24 24-29 29-34 34-44 >44

Berechnet wird er nach einer rel. einfachen Formel: Körpergewicht in kg dividiert durch Körpergröße in Meter zum Quadrat. Vor kurzem ist mir eine Arbeit in die Hände gekommen, die 19 prospektive Studien mit insgesamt  fast 1,5 Mill. Teilnehmer umfasst und eindeutig klar stellt, dass Übergewicht mit vorzeitigen Sterben einhergeht.

12/01/11,08:35, Elsevier

Body-Mass Index (BMI) und Sterblichkeit

Epidemiologen des National Cancer Institute in Bethesda (Maryland, USA) fassten Daten aus 19 prospektiven Studien mit 1,46 Millionen Erwachsenen im Alter von 19 bis 84 Jahren zusammen, um die Sterblichkeit in verschiedenen BMI-Bereichen zu erkunden. Die Rohdaten wurden nach wichtigen Einflussvariablen, wie z.B. Alter, körperliche Aktivität, Alkoholkonsum, Ausbildung und Familienstand, adjustiert.

Der mediane BMI zu Beginn der Untersuchung betrug 26,2 (kg/m 2 ). Während einer medianen Beobachtungszeit von 10 Jahren verstarben 160087 Teilnehmer. Für gesunde, lebenslange Nichtraucher ergab sich eine J-förmige Beziehung zwischen dem BMI und der Sterblichkeit aus allen Ursachen: Bei einem BMI von 22,5-24,9 als Referenzbereich lag die Hazard Ratio (HR) zu versterben für Frauen mit einem BMI von 15,0-18,4 bei 1,47, einem BMI von 18,5-19,9 bei 1,14 und einem BMI von 20,0-22,4 bei 1,00. Mit einem BMI oberhalb des Referenzbereichs von 25,0-29,9 lag die HR bei 1,13, mit einem BMI von 30,0-34,9 bei 1,44, einem BMI von 35,0-39,9 bei 1,88 und einem BMI von 40,0-49,9 bei 2,51. Für Männer ergaben sich ähnliche Werte. Das Sterberisiko für den BMI-Bereich unter 20 verringerte sich mit zunehmender Beobachtungsdauer.

Fazit: Bei Erwachsenen weißer Hautfarbe ist Übergewicht (und möglicherweise Untergewicht) mit erhöhter Sterblichkeit verbunden. Bei einem BMI von 20,0-24,9 ist die Sterblichkeit am geringsten.

(Quelle: Berrington de Gonzalez A, Hartge P, Cerhan JR et al. Body-mass index and mortality among 1.46 million white adults. N Engl J Med 2010;363:2211-9)

Vor über 30 Jahren schon versuchte ich als junger Mediziner Leute mit Übergewicht (damals war Übergewicht noch als keine Krankheit gelistet) zu überzeugen, ihren  BMI unter 25 zu bringen. Langzeitergebnisse waren spärlich, die Zusammenhänge mit Folgekrankheiten wie Diabetes,  Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen noch nicht so klar wie heute, die Argumente waren  teilweise statistisch noch schlecht untermauert. Mit Genugtuung kann ich heute feststellen, dass das Sollgewicht noch immer das Normalgewicht ist und die Patienten früher  nicht unnötig gequält wurden. In diesem Punkt hat die Zeit der Medizin recht gegeben, in vielen anderen Krankheiten gibt es heute völlig andere und zu früher auch total konträre Behandlungen. Leider hat die jetzt abgetretene oder abtretende Medizinergeneration es weltweit nicht geschafft, das Problem Übergewicht nur irgendwie in den Griff zu bekommen, im Unterschied zu anderen Krankheiten, wie Infektionen, Bluthochdruck usw. Auch bei Diabetes oder Herzinfarkten und nicht zuletzt auch bei Krebserkrankungen gibt es doch gewaltige Fortschritte. Die Fettsucht der Menschen und auch einiger Tierarten (wie ich kürzlich gelesen habe) wird offenbar den Globus “überrollen”. Laut einer amerikan. Statistik (wir in Ö. werden nicht weit davon entfernt sein) stieg die Anzahl der Erwachsenen mit einem BMI von über 30 von 1980 bis 2000 von 15% auf 30%. Im Jahr 2000 hatten von den über 20 Jährigen Amerikanern 64%  ein Übergewicht (BMI über 25)!! Auch das krankhafte Übergewicht (BMI über 40) steigt an und beträgt dzt. zwischen 4-5% der Bevölkerung. Berichte aus den sogenannten Schwellenländern sind ebenso alarmierend. Gründe, warum die Medizin dem Kranksein “Übergewicht”  nicht Herr wird, mag es viele geben, einer, der mir wesentlich erscheint, ist der, dass im Unterschied zu obig erwähnten Krankheiten, die ausschließlich von medizinischen Spezialisten und Superspezialisten beforscht und behandelt wurden und werden, die Mediziner ihre Kompetenz an andere “Therapeuten”, wie Ernährungswissenschaftler, (vermeintl. oder echte) Ernährungs- und Diätberater, Psychologen und Psychotherapeuten oder sonstige “Diätgurus” längst abgegeben haben. “Viele Köche verderben (hier im wahrsten Sinne) den Brei”. Den Medizinern verbleibt sozusagen am Rande des Problems nur die Verschreibung von Appetitzüglern oder am Ende der Krankheit das Amputieren von Teilen des Verdauungsschlauchs.

Magenbapass

Der Magenbypass auf Dauer ist sehr effektiv und hat relativ wenig Nebeneffekte. 90% verlieren 50% oder mehr an Gewicht, daneben kommt es, und dies ist besonders wichtig, zur Verbesserung von Begleitkrankheiten, wie Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörung. Dieser Erfolge sind aber nur mit exorbitant hohem Einsatz und Risiko zu erreichen und ich halte diese Methoden nur in Ausnahmefällen für erstrebenswert.

Die Fachzeitschrift  Cell kürte 2010 eine Arbeit als “Artikel der Zukunft”, die sich mit bestimmten Genmanipulationen beschäftigt, wo dann, bisher nur im Tierversuch möglich, durch Genverlust nur braunes Fett, das den Wärmehaushalt reguliert, gebildet wird und weisse Fettzellen nicht wachsen. Bis zu einer Anwendung am Menschen wird es noch dauern.

Wie in der Zwischenzeit mit dem Problem Übergewicht umzugehen ist, weiß ich natürlich auch nicht, bin aber überzeugt, einiges muß rasch geändert werden. Mediziner und darunter “Hochspezialisten” müssen wieder die Kompentenz der Behandlung übernehmen, Behörden und Regierungen müssen  ihre Ratschlägen ausführen (z.B. auch Sondersteuern wie bei Alkohol und Nikotin auf Fettprodukte oder zuckerangereicherte Säfte …). Welche Speisen Hauptkalorienträger sind, lernt heute schon jedes Kind im Kindergarten!! Auf jeden Fall Vermeiden des Begriffs “Diät”. Der Begriff ist negativ besetzt und bezeichnet Verbote bzw. Einschränkungen zu kalorienhaltiger, fettreicher Nahrungsmittel. Vor allem bedeutet es den Verzicht heiß geliebter Speisen und Getränke, eine Umstellung der Gewohnheiten und ein Ende der eingesessenen Bequemlichkeit. Gewollte Gewichtsabnahme bedeutet Hunger, Hunger tut weh. Körperliche Betätigung unterstützt den Gewichtsverlust und macht ihn dauerhaft, regelmäßige ärztl. Kontrolle und Begleitung ist notwendig und steigert auch die Motivation. Altruistisch denkende Menschen kann es motivieren, durch Hunger Erspartes anderen zugute kommen zu lassen (z.B. denen, die durch echten Nahrungsmangel hungern müssen).

Die Therapie scheint sicherlich für viele schwerer als die Krankheit!!

Quellen: accessmedicine.com,


3 Antworten auf „Body-Mass Index (BMI) und Sterblichkeit“

  1. Dieser Beitrag zeigt uns wieder einmal, wie wichtig gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung ist.Meiner Meinung sollte dies aber auch ein Thema, vermehrt in der Schule sein, da lt. Statistik schon viele Kinder und Jugendliche übergewichtig sind.

  2. Hallo! Ich rauche 7 Zigarren jeden Tag! Ich möchte damit aufhören, was ist die beste Methode? Ich habe es mit Hypnose probiert aber hat nicht geklappt… die Zigaretten lassen sich nicht hypnotisieren 🙁

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.